Gestern und heute
Die drei Opern auf Libretti von Lorenzo da Ponte bilden einen eigenen Kosmos im Werk Mozarts. Deshalb haben Jossi Wieler und Sergio Morabito mit dem Dirigenten Ingo Metzmacher am Pult sie 2006 in Amsterdam an drei aufeinander folgenden Tagen als Zyklus herausgebracht (siehe OW 1/2007). Opus Arte hat die drei Stücke nun in einer preiswerten Box veröffentlicht.
«Così fan tutte» spielt unter jungen Menschen, in einem Schullandheim der fünfziger Jahre; die Demontage des «Don Giovanni»-Mythos nimmt auf einem riesigen Bettenfriedhof ihren Lauf, zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts; der «Figaro» schließlich ist in einem italienischen Auto-Showroom der Jetztzeit angesiedelt (Bühnenbild: Barbara Ehnes).
Ein großer musikalisch-szenischer Wurf gelang mit «Così». Die Schauplätze auf der Drehbühne – Etagenbettzimmer, Aufenthaltsraum mit Kamin und ein nüchterner Speisesaal – eignen sich bestens als Folie für das nuancenreiche, witzige, tiefsinnige Spiel und Singen der Akteure. Auch die Idee, statt eines Cembalisten für die Rezitative einen Gitarristen auf die Bühne zu setzen, leuchtet ein – was wäre eine Klassenfahrt ohne Klampfe!
Bei «Le nozze di Figaro» schlägt das Regie-Duo gleichfalls ...
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Der Jubel kannte keine Grenzen. Als im April 1972 an der Bayerischen Staatsoper ein neuer «Rosenkavalier» in der Regie von Otto Schenk herauskam, schrieb Imre Fabian in dieser Zeitschrift: «Die Sensation dieser Premiere hieß Carlos Kleiber» (siehe OW 6/1972). Die Produktion war opulent besetzt: Gwyneth Jones sang die Marschallin, Karl Ridderbusch den Ochs, Lucia...
Unerschütterlich steht das Monument Olivier Messiaens inmitten der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Der vor 100 Jahren – am 10. Dezember 1908 – in Avignon geborene Komponist steht vom Alter her zwischen den prägenden Persönlichkeiten der Moderne: Schönberg und Strawinsky in der einen, Boulez und Stockhausen in der anderen Generation. Die beiden Letztgenannten...
Zwei Stücke aus der Hohen Messe, zwei aus der Johannes-, drei aus der Matthäus-Passion, eine Handvoll Kantaten-Arien: David Daniels’ Bach-Recital «Sacred Arias & Cantatas» ist gewöhnungsbedürftig. Vor allem, weil die Dramaturgie der CD Fragen aufwirft. Auf das kontemplative «Qui sedes» folgt das «Agnus Dei», dessen g-moll-Depression keinen Sinn macht ohne den...
