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Wie begehrt das Recht der ersten Nacht ist, wissen Opernfreunde nicht nur durch Mozarts «Hochzeit des Figaro». Auch unter Intendanten, Dramaturgen und Werbemenschen ist das Prädikat Ur- oder Erstaufführung sehr gefragt. Ihnen allen kann geholfen werden, nicht nur, aber besonders von Jacques Offenbach. Im Durcheinander seiner Hinterlassenschaft finden sich immer wieder neue Noten, die eine kritische Neuausgabe zwingend nötig machen. Besonders extrem war das in den letzten Jahrzehnten bei «Hoffmanns Erzählungen».
Als besonders ergiebig erweist sich hierbei die Arbeit des französischen Dirigenten und Musikologen Jean-Christophe Keck, der in Archiven immer wieder unbekannte Noten findet und in seiner «Offenbach Edition Keck» publiziert – was durchaus neue Einsichten ermöglicht.
So kann die Staatsoper Hannover jetzt, 37 Jahre nach der deutschen Erstaufführung in Bremen, eine weitere Deutschlandpremiere des «König Karotte» präsentieren. Und kommt dem Charakter der opéra-bouffe-féerie wesentlich näher als die kammermusikalisch-kabarettistisch geschärfte Offenbachiade, die damals zu sehen war. «Le Roi Carotte» war 1872 in Paris als Überwältigungstheater gedacht. Mit viel Dialog, noch mehr ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Rainer Wagner
Es könnte alles anders kommen. Wenn sich im Prolog von Brittens «Peter Grimes» die Stimmen des Titelhelden und der Lehrerin Ellen vereinen, öffnet die Schönheit der Unisono-Melodie eine Ahnung von Frieden und Gemeinschaft, vielleicht sogar von Liebe. Engelsgleich rein klingt Ivana Ruskos Sopran, die Tenorstimme Marco Jentzschs schmiegt sich mit sicherer Höhe an....
Karl Kraus’ hintersinnige Pointierung des Wortes «Familienbande» trifft auch auf Antonio Vivaldis Oper «La verità in cimento» zu, die jetzt den 13. «Winter in Schwetzingen» eröffnete. Sieben Jahre hatte der Heidelberger Operndirektor Heribert Germeshausen im Rokokotheater in einem spannenden Gang durch die Geschichte die Entwicklung der neapolitanischen Seria...
Galant, taktvoll sind solche PR-Jubiläen ja weniger. Zwei Jahrzehnte liegt die CD-Großtat zurück, ganze drei die Unterschrift unter dem Exklusivvertrag mit dem Label – wer mag da nicht gleich Altersberechnungen anstellen? Cecilia Bartoli kümmert das mutmaßlich wenig, weil man es ihr vor allem nicht anhört. «The Vivaldi Album» elektrisierte 1999 die Musikwelt und...
