Geglücktes Experiment
Es ist die erste Oper des belgischen Komponisten Luc Van Hove (Jahrgang 1957). Und gleich im ersten Anlauf konnte er einen Erfolg verbuchen. «La strada», Ende Januar an der Vlaamse Opera in Antwerpen uraufgeführt, kam an. Trotz mancher sorgenvoller Zweifel, ob die Adaption eines berühmten Films für das Musiktheater gelingen könne. Denn das Stück basiert natürlich auf Federico Fellinis Meisterwerk von 1954 – einer seiner eindruckvollsten Arbeiten der neorealistischen Phase.
Anthony Quinn war, unvergesslich, der grobschlächtige, umherziehende Straßen- und Fesselkünstler Zampanò, Giulietta Masina die rührende kleine Gelsomina, Zampanòs lebenslustige, doch auch sehr melancholische Assistentin. Sollten die Partitur Van Hoves und das Libretto des bekannten belgischen Schriftstellers Eric de Kuyper die faszinierende (Film-)Musik Nino Rotas überbieten oder zumindest mit ihr gleichziehen können? Die Antwort lautet kurz und bündig: Es geht! Schon mit den ersten «La strada»-Takten ist klar, dass wir es mit einem eigenständigen Kunstwerk zu tun haben.
Van Hove und De Kuyper gelingt es, das zentrale Thema der Geschichte, Mitleid, in Musik und Text zu übertragen. Mitleid nicht im Sinn trivialer ...
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