Für mich ist Mozart wahrer Belcanto
Herr Schuen, Sie sind noch jung. Ganz pauschal gefragt: Was würden Sie als Sänger gern erreichen? Welche Ziele haben Sie?
Ich möchte all das singen, was zu meiner Stimme und meiner Person passt. Und zwar so, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Eines ist mir jetzt schon klar: Ich werde bestimmt nicht ausschließlich Oper machen. Wenn ich Lieder singe, geht mir das Herz auf. Auch im Konzert möchte ich mich entwickeln – vielleicht die schwierigste Sparte: Man geht rein, wartet, singt, pausiert, singt.
Die Herausforderung besteht darin, sich nicht von dem stressen zu lassen, was einem so durch den Kopf geht, wenn man nicht dran ist. Auf der Opernbühne bewege ich mich ja ständig, bin auch als Schauspieler gefragt. Da kommt man nicht so schnell ins Grübeln.
Wie lange lassen Sie eine Partie reifen, bevor Sie sich mit ihr hinauswagen?
Ich bin da sehr vorsichtig, weil man nie genau weiß, wie und wohin sich die Stimme entwickelt. Wenn man sich falsch einschätzt, kann ganz schnell Schluss sein. Sei es, dass eine Partie für die Stimme zu schwer ist. Sei es, dass man eine Rolle noch nicht gut genug auf der Bühne rüberbringen kann. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man zu früh zu viel ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Christoph Vratz
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