Film noir

Wien | Theater an der Wien | Britten: The Turn of the Screw

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«La petite mort» nennt der Franzose den Orgasmus, und die jungfräuliche Gouvernante erfährt ihn in einem wirren erotischen Traum am Ende des ersten Akts. Ihre unterdrückten erotischen Sehnsüchte mögen der Schlüssel sein zum rätselhaften Geschehen, das der amerikanische Romancier Henry James 1898 in einer berühmten Novelle beschrieb und das Benjamin Britten genial in Musik auffaltete. An dessen Schluss steht dann «la grande mort», der echte Tod: Der Knabe Miles stirbt, eines der beiden Kinder, die der Gouvernante auf einem einsamen englischen Landsitz anvertraut sind.

Weil die Geister des ehemaligen Dieners Quint und der früheren Erzieherin Miss Jessel seine Seele auffressen? Oder weil ihm die überbordende Fürsorge der Gouvernante die Luft nimmt? Man weiß es nicht. Was ganz im Sinne Robert Carsens ist, des Regisseurs dieser Produktion von «The Turn of the Screw» im Theater an der Wien.

Brittens Stück sei «die größte Nachkriegsoper überhaupt», schrieb der Rezensent des Londoner Daily Telegraph vor einigen Jahren, als die Royal Opera das Werk im Barbican Centre herausbrachte (das Stammhaus wurde damals gerade renoviert). Natürlich war sein Statement durch patriotischen Übereifer ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Gerhard Persché

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