Eros der Grammatik
Sieben Jahre. Mindestens. So lange dauert die Ausbildung. Die Anforderungen sind hoch und breit gefächert. Wer es im «klassischen», über Jahrhunderte hinweg mündlich tradierten Theater Chinas zu etwas bringen will, muss neben Talent und Leidenschaft viel Zeit investieren. Um die Grammatik eines Gesamtkunstwerks in den Körper zu bekommen, die Sprechen, Singen, Gestik und Bewegung bis zur unscheinbarsten Nuance festlegt.
Auch die für alte Instrumente wie Bambusflöte (Dizi), Kniegeige (Erhu), Mundorgel (Sheng), Laute (Pipa, Sanxian), Zither (Zheng) und Schlagwerk (Trommeln, Becken, Gongs) entwickelte Melodik und Rhythmik folgt katalogisierten Mustern.
Im Westen wird dieses Theater bis heute meist als «Pekingoper» bezeichnet. Ein irreführender Begriff. Es gibt viele lokale Varianten, die sich deutlich von dem erst Ende des 18. Jahrhunderts durch den Kaiserhof in Beijing popularisierten, mit akrobatischen Kampfszenen gespickten Typus unterscheiden (ein Import aus den Provinzen Anhui, Hubai und Shaanxi). Die älteste, als zentrale Referenz geltende Form ist das Kunqu (sprich «Kuntschü»), jenes vor 800 Jahren entstandene «Singspiel aus dem Kunshan», das von Vagantenbühnen im ganzen Land ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Albrecht Thiemann
Die 1823 in Venedig uraufgeführte «Semiramide» ist die letzte, größte und – mit fast vier Stunden Spieldauer – längste Oper, die Rossini für Italien schrieb. Das verworrene Sujet um die babylonische Königin Semiramis, die mit Hilfe ihres Geliebten Assur ihren Gatten Nino getötet hat und an seiner Stelle regiert, bevor schließlich ihr Sohn Arsace den Vater rächt,...
Das Bild könnte trostloser kaum sein: eine junge Braut, allein am lieblos gedeckten Tisch, im hochgeschlossenen, schwarzen Kleid, mit bleichen Wangen, den Blick ins Irgendwo gerichtet. Wie eine leere Hülle sitzt da die schöne Jenufa, schutzlos und scheu, aber es scheint, als würde sie von dem, was um sie herum geschieht, gar nichts mehr mitkriegen. Als sei sie...
alpha
13.01. – 20.15 Uhr
Nézet-Séguin dirigiert
Mahler: Symphonie Nr. 1
20.01. – 20.15 Uhr
Gergiev dirigiert Mussorgsky:
Bilder einer Ausstellung
27.01. – 20.15 Uhr
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5
Symphonieorchester des BR, ML: Jansons, Klavier: Barenboim
arte
30.12. – 17.30 Uhr
Orff: Carmina Burana
Die geheimnisvolle Atmosphäre der Verbotenen Stadt in Peking bietet...
