Erinnern und Vergessen Im Raum der Klänge
Gedanken
Warum Musiktheater? Warum überhaupt komponieren? Immer wieder stellt sich mir diese Frage, wenn ich sprachlich auf Musik zugehe, auf ihre Geschichte und Gegenwart, ihre Rezeption und institutionellen Bedingungen. Und zugespitzt begegnet sie einem, wenn das Sujet selbst auf Sprache gründet, sie erzeugt und von ihr umgeben ist, wie es im Musiktheater der Fall ist. Auch ungeschriebene Opern sind bereits voll von Geschichten.
Doch das Komponieren will sich nicht in Worten begründen, selbst wenn sie die musikalische Idee kanalisieren und mit ihr verwoben bleiben.
Es ist dem Komponieren wesentlich, Sprache zu vergessen, indem eine Wahrnehmung umschlägt in eine musikalische Imagination. So will Musiktheater weder einen Text übersetzen noch erklären, sondern klingend einer Neugierde auf den Grund gehen, die sich auf der Schwelle zwischen außer- und innermusikalischer Wahrnehmung entzündet.
Das Ineinandergreifen von Raum- und Zeitwahrnehmung im Rahmen einer Handlung, die beide Ebenen untrennbar mit ihrem Inhalt zusammenführt – das mag ein zentrales Motiv gewesen sein, warum der Stoff der «Odyssee» mich nicht mehr losgelassen hat und ich dieser Faszination schließlich ...
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