Erfahrungsraum, kein Mitteilungsraum
Was treibt einen Komponisten an, heute Opern zu schreiben? Was und wen will er damit erreichen? Welche Bedeutung, welches Potenzial hat die Oper für ihn?
In der Oper geht es weder nur um Musik oder das Erzählen von Geschichten, noch um das Überbringen von Weltanschauungen. Es geht um Veränderung, nicht gleich der Gesellschaft, das wäre dann doch zu viel verlangt, aber doch um Veränderung von Wahrnehmungen, von Sicht- und Hörweisen, von Verständnis im weitesten Sinn, das mehr oder weniger eingefahren ist.
Voraussetzung dafür ist, dass sich Oper – als Institution und als Werk gleichermaßen – ständig selbst kritisch hinterfragt. Und dazu wieder eine Vorausetzung ist: dass sie sich davon verabschiedet, zu viel zu wollen. Stimmig ist Oper nur dann, wenn man ihre Grenzen, aber auch ihre Möglichkeiten erkennt: Oper ist das Aufeinanderprallen verschiedener Metiers. Oper ist nicht nur eine Sache – Oper ist vieles: Klangkunst, Schauspiel, Tanz, Raumkunst, Lichtkunst, Kommunikation. Das macht sie so kompliziert, und darin liegen ihre Möglichkeiten. Oper: das ist auch Kollektiv, zuweilen Familie: ein stetes Zusammenkommen und Kollidieren. Oper ist Dialog, aber auch Kampf – ein wechselseitiges ...
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Memoiren seien die Zeitbomben des Pensionisten, sagte Henry Kissinger. Das mit dem Pensionisten trifft im Falle Ioan Holenders nicht ganz zu, denn der 75-Jährige ist als Berater großer Opernhäuser und Festivalleiter weiterhin im Geschäft. Darauf verweist auch der Titel seines neuen Buchs, das pünktlich zum Abschluss seiner Direktionsära erschien: «Ich bin noch...
Herr Prof. Ligeti, in Ihrem Kommentar zur Entstehung der Oper «Le Grand Macabre» beschreiben Sie einen schöpferischen Entwicklungsprozeß, der – wie ich meine – für die Situation der Musik der Siebzigerjahre und des neuen Musiktheaters im besonderen sehr aufschlußreich und charakteristisch ist. Während der Arbeit an dieser Oper, Ihrem ersten großen Werk für das...
Mode im Foyer
Neuer Stil in der Herren-Mode und ein ernstzunehmender Vorschlag über ein so genanntes «ever-jacket» – das also auch im Theater getragen werden sollte –, ermutigen mich, an dieser Stelle wieder – wie im Januar – die Herren-Mode im Foyer zu besprechen. Damit erledigen sich die mir zugegangenen Anfragen über die Preise allzu kostspieliger Garderobe fürs...
