Erbstück, aufgemöbelt

Bizet: Carmen in Verona

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Franco Zeffirellis «Carmen»-Inszenierung aufs Korn zu nehmen, ist wie aufs Rote Kreuz zu schießen. Seit die Produktion 1995 herauskam, hat sie mit ihrer läppischen Betriebsamkeit – es treten lebende Tiere, Flamencotänzer, Toreros und jede Menge buntes Volk auf – immer wieder für spöttische Bemerkungen (nicht nur der Kritik) gesorgt. Vor der handwerklichen Professionalität, mit der diese wunderliche Theatermaschine läuft, sollte man indes den Hut ziehen.

Und doch wirkt das Ganze mit seinem «authentischen» Kostümplunder und einem Kulissenzauber, der riesige 3-D-Landschaften vorgaukelt, wie Pseudokino, wie eine Disney-Version des Stücks. Andererseits: Auf der gewaltigen, 46 Meter breiten Bühne und den «natürlichen» Stufen und Gewölben der antiken Arena geht, das muss man der Fairness halber zugeben, Zeffirellis Konzept gut auf (Bizet hatte «Carmen» freilich für die unvergleichlich intimere Opéra Comique in Paris gedacht). Man denke nur an das Schwindel erregende Gewusel im ersten Akt: Da ist an bis zu zehn verschiedenen Orten gleichzeitig etwas los, es geht die Treppen rauf und runter, auch nach dem x-ten Besuch hat man noch nicht alles gesehen.
In gewisser Weise hat Zeffirelli den ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Carlo Vitali

Vergriffen
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