Entschlackungskur

Strauss: Die Frau ohne Schatten
Kiel | Theater

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Warum nur kommen Baraks Brüder eigentlich einarmig, einäugig und bucklig daher? Ganz einfach: Die drei schrundigen Gestalten sind versehrte Veteranen des Ersten Weltkriegs, mittellos heimgekehrt und nun aufgenommen im Unterschichtenhaushalt des Färbers und der Färberin. Brigitte Fassbaender erhellt in ihrer Kieler Inszenierung sogleich das symbolverschwurbelte Märchendunkel von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss, die ihr an Wundern reiches Werk bekanntlich mitten im ersten großen Weltenbrand des 20. Jahrhunderts schufen.

Wie viele Kollegen vor ihr stellt sie das Stück in den Kontext seiner Entstehungszeit, damit auch konsequent vom Kopf auf die Füße.

Ihr Ansatz gleicht einer Entschlackungskur, die aus den seltsam Namenlosen, die das Libretto Kaiserin, Kaiser, Amme und Färberin nennt, Personen aus Fleisch und Blut macht. Deren allzu menschliche Sehnsüchte, Leidenschaften und Kommunikationskatastrophen bringt uns Fassbaender verblüffend nahe. Und setzt dabei in ihrer ausgefeilten Personenregie verstärkt auf ein theatralisches Mittel, das dieses Bühnenwerk in seiner hehren Gedankenhöhe bislang scheinbar gar nicht nötig hatte: den Humor.

Davon profitiert insbesondere die ...

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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Peter Krause

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