Entschlackt, erweitert, gehärtet
Auch Königin Margrethe II. von Dänemark – Opernenthusiastin und regelmäßiger Gast in der Königlichen Oper – applaudierte dem angehenden Jubilar: Krzysztof Penderecki, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, war zur Weltpremiere der Neufassung seiner «Teufel von Loudun» nach Kopenhagen gekommen. Ein schöner Coup für das Haus, das nach den Querelen um die künstlerische Leitung und fatalen Budgetkürzungen im letzten Jahr wieder ruhigere Fahrwasser ansteuern möchte.
Penderecki hat seine Oper aus dem Jahr 1969 mehrfach revidiert, die «Kopenhagener» Fassung ist die umfangreichste Überarbeitung. Zwei bereits in den siebziger Jahren konzipierte Szenen wurden neu eingefügt und eine eng an John Whitings Drama «The Devils» angelehnte, ausgezeichnete englische Sprachfassung erstellt.
Zu den musikalischen Neuerungen zählen zwei Orchesterzwischenspiele sowie die Reduzierung des wuchtigen Blechbläser- und Schlagwerkeinsatzes an vielen Stellen der prallen Partitur. Ursprünglich zur freien Gestaltung gedachte Rezitative wurden auskomponiert und der Streichersatz in Penderecki-typischer Manier weiter aufgefächert. Die Musik besitzt nach wie vor expressive Unmittelbarkeit. Doch die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Andreas Bücker
In Palermo wird derzeit ein vokal verheißungsvoller, szenisch streitbarer «Ring» geschmiedet. Die Aufführungen des ersten und zweiten Teils der Tetralogie während der Wintermonate am Teatro Massimo überzeugten zunächst in gesanglicher Hinsicht. Franz Hawlata, das mag nach seinem Sachs in Bayreuth überraschen, sang den Wotan mit solider Legato-Kultur und konziser...
Mit Franchettis «Germania» und Gnecchis «Cassandra» hat Kirsten Harms an der Deutschen Oper Berlin auf den hierzulande kaum bekannten «Wagnerismo» aufmerksam gemacht, der sich in Italien der Generation der um 1870 geborenen Künstler bemächtigte. Noch bis 8. April zeigt der Palazzo Fortuny in Venedig eine Schau, die das Phänomen in der italienischen Bildenden Kunst...
Edel sieht er aus, hilfreich und gut. Ein Mode-Designer muss ihn eingekleidet haben. Graues T-Shirt, lässig ausgebeultes, schwarzes Sakko, der Umhang anthrazit. Die schwarzen Locken wirken leicht gegelt und sind in die Stirn gekämmt. Ein Dreitagebart rahmt das Gesicht. Der Blick ist nach vorne gerichtet, selbstbewusst, aber nicht aufdringlich. Keine Frage: Dieser...
