Ende einer Dienstfahrt
Es muss sich alles ändern, und es muss gleichzeitig alles bleiben, wie es ist.» So Wulf Konold im Gespräch mit dieser Zeitschrift, als er Wolfgang Gönnenwein, den 32 Jahre amtierenden Intendanten der Ludwigsburger Schlossfestspiele ablöste. Beides gleichzeitig geht nicht, also blieb alles mehr oder weniger beim Alten. Weil Konold, bis 2008 in Personalunion auch Generalintendant des Staatstheaters Nürnberg, sich dieser Einsicht verweigerte und der Aufsichtsrat seinen weitergehenden Plänen nicht zustimmen wollte, endet sein Vertrag mit Ablauf der diesjährigen Festspielsaison.
Finanziell schreibt das Festival schwarze Zahlen. Künstlerisch sieht die Bilanz weniger erfreulich aus. Es ist Konold nicht gelungen, dem Ludwigsburger Programm, das sich im Konzertbereich kaum von denen anderer Sommerfestivals unterscheidet, eigenständige Konturen, gar ein neues Profil zu geben. Der Spielplan wurde diktiert vom Angebot der Agenturen, von Reiserouten der Stars und, wenig originell, von den kalendarischen Jubiläen (2006 Mozart und Schumann, 2008 Brahms, 2009 Händel, Haydn und Mendelssohn). Herausragendes Ereignis war in diesem Jahr das Konzert mit Cecilia Bartoli, die im ausverkauften Forum ihr ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dazu gehört Mut: Zum 80. Geburtstag von Hermann Prey hat sich seine Familie kein ehrpusseliges TV-Denkmal gewünscht, sondern ein Porträt aus der teils freudesatten, teils aber auch schmerzlichen Erinnerung – und dazu den wichtigsten Teil selbst beigetragen. Martin Blum und Michael Harden haben die Idee aufgegriffen und sensibel umgesetzt. Man sieht den Bariton also...
Der Schriftsteller und Musikwissenschaftler Romain Rolland meinte einmal, Händel habe «die große Überlegenheit von Porpora in Bezug auf den großen Stil und dramatische Kraft» genau registriert. Der Dirigent und Cembalist Ondrej Macek, der vor zwei Jahren in der Wiener Nationalbibliothek die bislang unbekannte Serenade «La morte di Ercole» von Nicola Porpora aus dem...
Man fährt nicht der schönen Stimmen wegen nach Martina Franca. Die Gemeinde neugieriger Melomanen, die sich seit 1975 regelmäßig in der apulischen Barockstadt trifft, treibt Entdeckerlust. Viele lange nicht gespielte Stücke aus Barock, Romantik und Verismo oder bekannte Titel in ungewöhnlichen Fassungen lernt man nur hier kennen. Die Regie arrangiert meist...
