Elegie der Vergeblichkeit
Wer je einen Marthaler-Abend zu ordnen, zu verstehen, zu erspüren versuchte, weiß es: Es gibt die aktive Marthaler-Familie, die oben auf der Bühne, von Christophs Geist beseelt, in unendlicher Geduld, von good vibrations beflügelt, nach der einen und richtigen Lösung sucht. Und es gibt die passiven Familienmitglieder, die im Parkett jedem Schritt die Nähe zur Bedeutsamkeit ansehen. Zu denen würden wir gern zählen.
Tun wir aber nicht.
Und so sitzen wir im Basler Theater und rätseln uns ein Loch in den Bauch, kommen letztlich aber auch wieder zu der Erkenntnis, es beim stillen Genießen zu belassen. Mal ertappen wir uns auch beim Gähnen, meistens aber nicht – zu kurios, zu hintersinnig ist all das, was diese Nachtwandler des Theaters uns vorspielen. Sie tun's diesmal in einem Doppeltreppenhaus der immerwährenden Moderne (Bühne: Duri Bischoff), einem Stiegengebilde, das ohne jede Funktion, also völlig sinnlos ist und ins Nirgendwo führt, es sei denn, die Akteure können die Milchglastüren dazu bewegen, sich im rechten Moment tatsächlich zu öffnen – aber gegen die Wand zu laufen ist ja auch eine Möglichkeit.
Treppauf, treppab geht’s also in Basel, geschäftig und schleichend, automatisch ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Heinz W. Koch
Eines ihrer persönlichsten Projekte der letzten Jahre war 2002 die CD «Ninna Nanna»: achtzehn Wiegenlieder aus zwölf Ländern, in denen sich ihr warmer, sparsam vibrierender Sopran mit jener Menschlichkeit, jenem Engagement für Menschen verband, das ihr Markenzeichen war.
Montserrat Figueras stammte aus einem musikalischen Elternhaus. 1942 wurde sie in Barcelona...
Im Januar 2012 wird überall der 300. Geburtstag Friedrichs des Großen gefeiert. In Berlin zum Beispiel mit einer großen Ausstellung des Staatlichen Instituts für Musikforschung (26. Januar bis 24. Juni) und mit zwei konzertanten Aufführungen von «Montezuma» im Schiller Theater (26. und 28. Januar): Vesselina Kasarova singt die Titelpartie, Anna Prohaska und Pavol...
Vor einigen Jahren erfüllte sich Ronald Stanton einen außergewöhnlichen Wunsch. 1987, mehr als zwanzig Jahre zuvor, hatte der New Yorker Geschäftsmann einen Opernabend erlebt, der sein Leben veränderte: die Aufführung von Jean-Baptiste Lullys Oper «Atys», mit der Frankreich damals den 300. Todestag des Komponisten würdigte. Nun, mit über 80, wollte Stanton diesen...
