Einflüsse, Facetten, Folgen
Zum Thema Wagner und Italien gibt es mannigfache Bildbände, Reisebeschreibungen usw. Die Zeitschrift «wagnerspectrum» hat sich in ihrer jüngsten Ausgabe selbstverständlich ehrgeizigere Ziele gesetzt und macht dem zweiten Teil ihres Namens alle Ehre. Ein «Spectrum» tut sich auf, das viel Neues enthält, anderes in minutiöser Zusammenschau bietet.
Dass Wagner mit den (erst posthum uraufgeführten) «Feen» an die «Donna serpente» des venezianischen Dichters Carlo Gozzi anknüpft, ist bekannt.
Kaum beachtet wurde jedoch, dass auch spätere Werke ab dem «Holländer» über «Lohengrin» bis sogar zu «Siegfried» und «Parsifal» von Gozzis «fiabe» beeinflusst sind. Katherine R. Syrer erläutert das anschaulich und zeigt auch frühe Missverständnisse der Rezeption. Egon Voss stellt dar, wie und warum Wagner von der Musik Palestrinas fasziniert war (bis zum Zitat im dritten «Parsifal»-Akt). Dieter Schickling führt taktgenau vor, wie der junge Puccini «Die Meistersinger» im Auftrag von Ricordi für die italienische Erstaufführung zusammenstrich. Uwe Schweikert bietet einen detailscharfen Überblick zum Verhältnis Wagner-Verdi, arbeitet insbesondere Verdis ambivalente und in ihrer Komplexität oft ...
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Vivaldis «Juditha triumphans» und Verdis «Attila» als Teile eines zusammenhängenden Opernabends zu präsentieren, der (mit kurzen Unterbrechungen) von 18 Uhr bis Mitternacht währt, mag zunächst nach einem Wagnis klingen. Doch auf den zweiten Blick finden sich in den Sujets der Stücke so viele Parallelen, dass die Paarung durchaus Sinn macht. So geht es hier wie dort...
Wieder mal nach Bad Wildbad. Wieder mal das erste Viertel Weißherbst auf der Terrasse des «Bären», der seit einer Weile auch «Hotel Rossini» heißt. Wie auch nicht? Der Maestro suchte sich, 1856 hier logierend, im Tal der Enz schließlich von seinen Gebrechen zu kurieren. Wieder also bei «Rossini in Wildbad», dem kleinen, aber feinen Festival im Nordschwarzwald, dem...
Franco Leonis nachveristischer Einakter «L’oracolo», der 1905 in London seine Uraufführung erlebte, hatte durch den Einsatz des Baritons Antonio Scotti zunächst einen Langzeiterfolg an der New Yorker Met, verschwand nach dessen Bühnenabschied aber für Jahrzehnte in der Versenkung. Auch eine verdienstvolle Schallplattenproduktion der Decca (1975) unter Richard...
