Einfach raffiniert
Allzu selten dient ein Opernlibretto derzeit als echte Steilvorlage für einen Regisseur. Und wenn überhaupt, dann ist es Material, das es gegenzulesen gilt. Bei Robert Wilson ist das anders. Er bedient sich einfach bei Puccinis Textdichtern Giuseppe Adami und Renato Simoni, die ihrerseits Schillers Bearbeitung der fiabe teatrali «Turandot» des Venezianers Carlo Gozzi aufgriffen.
Wie sich die Bilder gleichen.
Als Ping, der Kanzler, sich vom furchtbaren Alltag am Hofe des Kaisers Altoum und dessen Tochter Turandot, die einen potenziellen Ehemann nach dem anderen einen Kopf kürzer machen lässt, einfach mal hinwegträumt in sein Haus in Honan, da schwärmt er baritonwarm vom «laghetto blu» seines Heims. Und siehe da: Wilson, der Magier des Musiktheaters, zaubert diesen «blauen Teich» auf die Bühne – als eine lichtsatte blaue Stunde.
Diese Utopie aus Farbe, die von einer kleinen, heilen Welt der drei Minister kündet, wird einen Akt später wiederkehren, in der ersten, alles entscheidenden Begegnung zwischen Turandot und Calaf. So märchenhaft einfach in den Bedeutungsebenen wie raffiniert in der Ausführung arbeitet Wilson farbsymbolisch weiter. Turandot trägt rot. Und mit dem Kuss des ...
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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Peter Krause
JUBILARE
Margaret Marshall studierte an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow. Sie nahm Unterricht bei Edna Mitchell und Peter Pears in England sowie bei Hans Hotter in München, wo sie 1974 durch den Gewinn eines Internationalen Wettbewerbs auf sich aufmerksam machte und bald darauf als Konzertsängerin in ganz Europa gefragt war. Die Sopranistin...
Da steckt Musik drin!, dachte sich Ottorino Respighi schon bei der ersten Lektüre von Gerhart Hauptmanns symbolistischem Märchendrama «Die versunkene Glocke» (1896). Anderen war das schon vorher aufgefallen. Die Vertonung von Heinrich Zöllner (1899) hatte indes nur kurz Erfolg, und Maurice Ravel brachte ein Opernprojekt, mit dem er Debussys «Pelléas» Konkurrenz...
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