Ein Versprechen

Andrea Mastroni interpretiert Bass-Arien von Georg Friedrich Händel

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In der Barockoper dominierten die hohen Stimmen – die schönsten und wirkungsvollsten Arien waren Kastraten und Primadonnen vorbehalten. Weitaus spärlicher sind Tenöre mit exzellenter Musik bedacht worden, noch seltener wurde Bässen diese Gunst zuteil. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Wenn ein Komponist wie Georg Friedrich Händel Gelegenheit hatte, für herausragende Bassisten wie Antonio Montagnana oder Giuseppe Maria Boschi zu schreiben, schuf er auch für diese Stimmgattung Musik höchsten Rangs.


Andrea Mastroni, seit einigen Jahren ständiger Gast auf vielen großen Bühnen der Welt, stellt auf seinem Album mit dem irreführenden Titel «Melancholia» eine Auswahl aus Händels Londoner Opernarien für Bass vor, die ein breites Spektrum vokaler Ausdrucksmittel und einen riesigen Stimmumfang verlangt. Die Arie «Fra l’ombre e gl’orrori», die der junge Händel ursprünglich für die Serenata «Aci, Galatea e Polifemo» komponierte und später in einer im Vokalpart vereinfachten Form in die Oper «Sosarme» übernahm, singt Mastroni in der Urfassung, die einen Ambitus vom tiefen D bis zum eingestrichenen a verlangt. Das vokale Souterrain beherrscht Mastroni mit seinem dunkel timbrierten Organ höchst ...

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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Thomas Seedorf

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