Ein persönlicher Ton
Bayreuth ist bekanntlich die «Wagner-Stadt». Aber hätte es Markgräfin Wilhelmine nicht gegeben, wäre Richard Wagner niemals ins Fränkische gekommen. Schon lange vor der Gründung der Festspiele gab es hier ein Musiktheater, von dem heute noch das Markgräfliche Opernhaus kündet. Rund ein Jahrzehnt vor seiner Eröffnung schrieb die spätere Bauherrin ihre einzige Oper: «Argenore». Das Stück über den tyrannischen König Argenore erlebte erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts einige wenige Aufführungen in Erlangen, Bayreuth und Potsdam.
Die Dramaturgie ist insofern originell, als am Ende nicht das übliche lieto fine, sondern, mit nicht weniger als fünf toten Hauptdarstellern und dem Selbstmord des Titelmonstrums, die totale Katastrophe steht. Ist die Tragödie, in der Wilhelmine möglicherweise ihre persönliche Familiengeschichte am preußischen Hof abarbeitete, alles andere als konventionell, so hat die Partitur viel Konventionelles und Gefälliges.
Eine komplette Einspielung liegt bislang nicht vor, nur wenige Arien wurden gelegentlich aufgenommen. Nun liegt eine Auswahl von immerhin elf Stücken vor, die 2009 in Bayreuth mitgeschnitten wurden. So kann man sich ein Bild von der musikalischen ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 17
von Frank Piontek
Frau Opolais, Sie haben Tatjana in Riga schon in einer früheren «Eugen Onegin»-Inszenierung gesungen. Worin unterscheiden sich die beiden Produktionen?
Der Unterschied liegt vor allem in meinem Gefühl für die Rolle. Die frühere Produktion, die etwa sieben Jahre zurückliegt, war nicht so modern, eigentlich ganz konventionell. Ich war damals fast ganz auf meinen...
Der 1935 in Zürich geborene Musiker wanderte 1940 mit seinen Eltern in die USA aus und studierte an der Yale University Orgel, Komposition und Dirigieren. In den 1960er-Jahren pflegte er ein Repertoire, das von Schütz, Händel, Schubert und Bruckner bis Hindemith reichte. Einen Namen machte sich Somary mit Interpretationen von Händel-Oratorien sowie seinem Einsatz...
Schon im Mittelalter, d. h. mit dem Aufkommen und der Etablierung kunstvoller mehrstimmiger Musik, entstanden Bezeichnungen wie Discantus oder Tenor, die über Jahrhunderte als Termini Bestand hatten. Sie bezeichneten aber zunächst nicht oder nicht vor allem eine an stimmphysiologischen Gegebenheiten ausgerichtete Stimmlage, sondern die Position einer Stimme...
