Ein Abschied mit Aplomb
Als Christine Mielitz in Dortmund vor acht Jahren als Opernchefin antrat, übernahm sie kein leichtes Erbe. Der Spielplan ihres Vorgängers John Dew hatte sich zuletzt vor allem der Ausgrabung vergessener Werke des französischen Repertoires des 19. und 20. Jahrhunderts verschrieben, was ihm Lob der Presse einbrachte. Die Auslastung aber sank, und die Abos gingen stark zurück.
Von Christine Mielitz versprach man sich neben künstlerischem Anspruch auch steigende Kassenwirksamkeit.
Hatte doch die gebürtige Chemnitzerin in ihrer vorangehenden Intendanz für das sogenannte Meininger Theaterwunder gesorgt. Das thüringische Wunder wollte sich in Dortmund nicht wiederholen. Die Bilanz ihrer Jahre im Revier bleibt durchwachsen. Neben soliden Erfolgen gab es Ausreißer nach unten, und auch der Dortmunder «Ring» wollte nicht recht zünden. Zudem brodelte es immer wieder hinter den Kulissen, die Auslastung schwächelte. Nun verlässt Mielitz das Haus vorzeitig zum Ende des Jahres. Für ihre letzte eigene Inszenierung suchte sie sich Puccinis «Il trittico» aus.
Mit Bedacht: Das Einakter-Triptychon gibt ihr die Gelegenheit, als Regisseurin noch einmal alle Register zu ziehen. Puccini wollte ja nichts ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn das nicht opernträchtig ist! Ein Komponist, ein Hocharistokrat dazu, erwischt die Frau Gemahlin mit ihrem Liebhaber und befördert beide ins Jenseits. Alfred Schnittke machte denn auch eine Oper daraus, Franz Hummel eine andere, ganz besonders filigran und nuancenreich Salvatore Sciarrino – und nun Marc-André Dalbavie. Klar, der meuchelnde Musiker ist Carlo...
Der Roman «Im Land der letzten Dinge», eine der frühen Publikationen des Kultautors Paul Auster, 1987 erschienen, ist eine klassische Dystopie – er steht in derselben spezifisch amerikanischen Erzähltradition, die zuletzt Cormac McCarthys Endzeitvision «Die Straße» hervorgebracht hat. Die «vier letzten Dinge» – im Christentum traditionellerweise Tod, Gericht,...
Mrs. Matthews, obwohl Mozart im Zentrum Ihres Repertoires steht, sieht es ganz so aus, als sei Ihr Donna Anna-Debüt Ihre erste Begegnung mit dem «Don Giovanni» überhaupt.
Das stimmt nicht ganz. Die Elvira habe ich als Studentin schon in einer kleinen Produktion gesungen, und die Zerlina hatte ich schon für Covent Garden gelernt. Nur habe ich sie dann nicht gesungen,...
