Eher routiniert als inspiriert
Katharina die Große, die diese Buffa in Auftrag gegeben hatte, war entzückt davon und ließ sie sich immer wieder vorspielen. Von Petersburg aus, wo sie 1779 ihre Uraufführung erlebten, kamen die «Astrologi immaginari» durch halb Europa. Joseph II., auch er ein Bewunderer, brachte sie nach Wien, wo sie 1781 unter dem Titel «Die eingebildeten Philosophen» herauskamen. Hier sah sie auch Mozart, der daraufhin «6 Variationen in F über die Arie ‹Salve tu, Domine›/KV 368» schrieb. Heute fällt es schwer, diese allseitige Wertschätzung der Zeitgenossen nachzuvollziehen.
Die Oper ist zwar gekonnt gemacht, zählt aber insgesamt eher zum Durchschnitt innerhalb der Gattung.
Um Astrologie geht es im Libretto Giovanni Bertatis übrigens nicht. Die zentrale Narrenfigur des Petronio Sciatica (das italienische Wort für Ischias) ist ein spartenübergreifender Möchtegern-Wissenschaftler, dessen ältere Tochter Cassandra seinen Tick teilt, wohingegen die jüngere Clarice keine geistigen Interessen hat und lieber Kinder kriegen möchte. Allerdings nicht mit einem der Männer, die ihr Vater für sie vorgesehen hat, sondern mit Giuliano Tiburla, der nur dadurch ans Ziel kommt, dass er für Petronio einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Von Lauritz Melchiors New Yorker «Lohengrin»-Auftritten existieren nicht weniger als fünf Mitschnitte aus den Jahren 1935 bis 1950. Der mittlere von 1943 liegt jetzt bei Naxos klanglich revidiert vor und zeigt den Sänger in exzellenter Verfassung. Er ist ein eher heldischer als romantischer Lohengrin, doch seiner triumphalen Tenor-Power kann man sich kaum...
Frau Pieczonka, Sie stammen aus Kanada. Ihr Name deutet eher auf Osteuropa.
Stimmt. Mein Vater ist gebürtiger Pole. Er ist 1938, also kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, mit seiner Familie nach Kanada ausgewandert. Meine Mutter ist Kanadierin. Solche Verbindungen sind dort, ähnlich wie in den USA, ganz normal. Die kanadische Gesellschaft ist eine Gesellschaft...
«Thank you for the music!» – der legendäre Song der schwedischen Popgruppe ABBA könnte als Motto über dem ersten Gastspiel der Stuttgarter Staatsoper in Japan stehen, gleichsam als Resümee einer Ära, die mit dieser Spielzeit zu Ende geht. Und wer die Inbrunst erlebte, mit der der junge Schwede Johan Weigel diesen Song zusammen mit einem knappen Dutzend Kollegen...
