Editorial Juni

Opernwelt - Logo

Das klingt gut. Erstmals gibt es einen Gesangswettbewerb ohne Altersbeschränkung. Es gehe darum, «endlich Perspektiven für reifere Talente zu schaffen», erklärt Josef Protschka, Tenor und ehemaliger Rektor der Kölner Musikhochschule. Noch bis 7. Juni werden Bewerbungen entgegengenommen (www.artopera.de). Natürlich wird auf die von Protschka geleitete Jury eine Flut von Einsendungen zukommen. Und es wird nicht ganz leicht sein, die Richtigen zum Vorsingen auszuwählen. Dennoch ist die Initiative überfällig.

Endlich soll den Mechanismen des Sängermarktes Widerstand entgegengesetzt werden. Wettbewerbe für die Jungen gibt es mehr als genug. Und seit jeder Intendant als Entdecker von Talenten auftreten will, ziehen sich die Häuser ihren Nachwuchs selbst heran. Was aber passiert, wenn jemand nach einem Fachwechsel keinen Boden unter die Füße bekommt? Oder mit einem Intendantenwechsel einfach gekündigt wird, obwohl sie/er beim Publikum beliebt ist? Und wo kommen diejenigen unter, die genau wissen, dass ihre besten Tage vorbei sind, die aber durchaus noch künstlerisch etwas zu sagen haben und gern auch kleinere Rollen übernehmen? Die staatliche Bühnenvermittlung gerät da (viel zu) oft an ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch & Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
TV-Klassiktipps

arte


2.6. – 17.05 Uhr
Ein Tag im Leben des Cellisten Johannes Moser.
Dokumentation von Holger Preuße, Deutschland 2012.

2.6. – 18.30 Uhr
7./13.6. – 5.00 Uhr
Lorin Maazel trifft Alice Sara Ott.
Münchner Philharmoniker. Ravel: Klavierkonzert G-Dur.

2.6. – 23.50 Uhr
Franck: Stradella.
Opéra Royal de Wallonie Liège. Musikalische Leitung: Paolo Arrivabeni, Inszenierung: Jaco Van...

Ekstatische Kurven

Im zweiten Jahr des Ersten Weltkriegs, 1915, beendete der Wiener Akademielehrer Franz Schreker seine Oper «Die Gezeichneten». Was er hinter der Maske der italienischen Renaissance, im alten Genua, an Personal vorführte, waren die Protagonisten seiner eigenen habsburgischen Umwelt, in der sich Biederkeit und Ausschweifung, zackige Männlichkeit und Psychoanalyse...

Überall und nirgendwo

Natürlich drehte sich wieder alles um ihn. Um den Tenorissimo a. D., der auf seine alten Tage mit ­aller Macht ins Bariton-Fach drängt. Schon zu Beginn der Neunzigerjahre hatte Plácido Domingo zum ersten Mal tieferes Terrain erkundet – im Tonstudio, als Rossinis Figaro für die DG-Aufnahme des «Barbiere». Im November 2007 folgte an der Met Glucks Orest, zwei Jahre...