Editorial

Opernwelt - Logo

Wer alles auf eine Karte setzt, handelt meist aus purer Verzweiflung. Dass die Sache mit dem Trumpf, der mit einem Stich alle Probleme löst, meist schiefgeht, ist keine grundstürzend neue Erkenntnis. Und doch scheint die Hoffnung auf den einen großen Befreiungsschlag unwiderstehlich. Sie gedeiht besonders gut, wenn einem die Schwierigkeiten über den Kopf zu wachsen drohen. Also vornehmlich dann, wenn eigentlich ein kühler Kopf gefragt wäre.

Mit rund zwei Milliarden Euro steht die Stadt Wuppertal in der Kreide.

Das macht knapp 5600 Euro pro Einwohner und Platz neun auf der Liste der am höchsten verschuldeten Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Das ist zwar fast gar nichts gegen die mehr als 24 000 Euro Haushaltsmiesen, die auf jeden Berliner, oder gegen die 38 000 Euro, die auf jeden Bremer entfallen. Aber für die Wuppertaler Verwaltung offenbar Grund genug, in bester Sparabsicht die städtischen Bühnen zu ruinieren. Im Sommer 2013 wurde das sanierungsbedürftige Schauspielhaus, ein Glanzstück der Nachkriegsarchitektur (Gerhard Graubner), geschlossen; von der Schauspieltruppe existiert nur noch ein Rumpfensemble. Kurz darauf traf es die Opernsparte: Zum Ende der Spielzeit 2013/14 verloren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Ein Fest des totalen Theaters

Sterbehilfe am laufenden Band: Müde Menschen stehen Schlange beim industriellen Töten auf Verlangen. Hilfskräfte stülpen ihnen milchblaue Kittel über. Dann gibt es einen elektrischen Schlag, sie fallen auf einen Haufen. Dieser Schlachthof in Rom ist eine Goldgrube, die Nachfrage größer als das Angebot. Unter den Wolken muss die Müdigkeit grenzenlos sein. Die...

TV-Klassiktipps

ARD-ALPHA

4.1. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
Mozart: Symphonie g-moll KV 183; Symphonie C-Dur KV 551; Violinkonzert A-Dur KV 219, Solist: Ingolf Turban.

6.1. – 11.00 Uhr
Marcello Viotti stellt vor:
Ravel: Ma Mére l’oye.

6.1. – 20.15 Uhr
Strauss: Der Rosenkavalier.
Salzburger Festspiele 2014. Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst, Inszenierung: Harry Kupfer....

Frauenstudien

Wieder so ein Missverhältnis auf dem CD-Markt, jenes zwischen der tatsächlichen Bedeutung des Stars und dem Widerhall auf Silberscheibe. Wer auch immer daran schuld ist, schlafende Plattenfirmen oder eine übervorsichtige Sopranistin: 14 Jahre jedenfalls ist es her, dass Dorothea Röschmann ein Solo-Album mit deutschen Arien von Händel vorgelegt hat. Und jetzt erst,...