Editorial

Opernwelt - Logo

Eigentlich liegt die Passionszeit hinter uns. Eigentlich sollten wir uns mit freiem Blick und geläutertem Herzen auf das Pfingstwunder freuen. Auf jene magische Geschichte vom Heiligen Geist, der in die Jünger fährt und ihnen die Gabe verleiht, sich in allen Sprachen zu verständigen. Doch was der Kirchenkalender verkündet, gilt schon längst nicht mehr für die irdische Zeit. Der Glaube an Wunder ist uns im Alltag des 21. Jahrhunderts abhanden gekommen. Auch weil wir schlechte Erfahrungen mit Propheten gemacht haben, die uns das Blaue vom Himmel versprachen.



Für die Wuppertaler Bühnen hat die Passionszeit erst begonnen. Um zwei Millionen Euro will die überschuldete Stadt die Zuschüsse bis 2014 kürzen und ihr Schauspielhaus schließen. Die bisher geplante Sanierung des Gebäudes in Elberfeld soll aufgegeben, der Zweispartenbetrieb im vorbildlich renovierten Opernhaus in Barmen (siehe OW 2/2009) zusammengezogen werden. Schon ab 2012 müssten sich Oper und Schauspiel die einzige verbleibende Bühne mit dem von Pina Bausch bis zu ihrem Tode geleiteten Tanzensemble teilen, das in eine GmbH ausgegliedert ist. Auf 8,6 Millionen Euro will die Stadt ihr Engagement innerhalb von vier Jahren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Editorial Mai 2010, Seite 1
von Stephan Mösch/Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mit leichter Hand

Man mag an der nur dreijährigen, mit Ablauf dieser Spielzeit schon zu Ende gehenden Bremer Intendanz von Hans-Joachim Frey manches auszusetzen haben – eines muss man dem Kurzzeit-Manager zugute halten: seinen Einsatz für die Moderne. Die dritte Uraufführung präsentierte er nun seinem hanseatischen Publikum, das ihm bereits bei den ersten Teilen dieser Trias nicht...

Angst, Schwäche, Glaubensfreude

«Verfluchte Körper, Gerettete Seelen» weht auf der Spielplanflagge, unter der Nikolaus Bachler die Bayerische Staatsoper in dieser Saison verrucht-schön segeln lässt. Die geschmeidige Höllenmetaphysik gilt für Mozart und Puccini, und sie soll das Publikum auch dann berühren, wenn es eine sperrige Novität oder eine fromme Bizarrerie erlebt – nach Peter Eötvös’...

Yes, she can

Das ging den New Yorker Verlegern und Broadway-Produzenten dann doch etwas zu weit: Ein Neger will eine Oper schreiben! Sicher, 1911 war Scott Joplin ein national bekannter Pianist, der «King of Ragtime», der mit «The Entertainer» oder dem «Maple Leaf Rag» echte Hits gelandet hatte – doch für den Vorstoß eines Farbigen ins seriöse Musiktheater-Genre war die Zeit...