Editorial
Zu den heimlichen Herrschern der Opernszene gehören sie nicht. Noch nicht? Bis vor wenigen Jahren waren Sponsoren kein wirklich großes Thema für unsere Opernhäuser. Das hat sich geändert. Die Bayerische Staatsoper zum Beispiel konnte ihre Sponsoreneinnahmen seit 2001 um das Fünffache erhöhen. Und dies ist nur ein besonders signifikantes Beispiel. Je mehr sich der Staat aus der Verantwortung für Kultur stiehlt, desto mehr wächst die Rolle privater Geldgeber – bei denen es solche und solche gibt. Sponsoren sind weder Spender noch Mäzene.
Sie erwarten von der Oper, die sie unterstützen, eine Gegenleistung. Das kann ein Essen auf den Brettern sein, die dann für ein paar Stunden die Welt einer Firma bedeuten. Es kann die Fassade des Opernhauses sein, die bei Premieren mit einem Logo bestrahlt wird. Es soll auch schon Touristen gegeben haben, die die Dresdner Semperoper für ein Brauereigebäude gehalten haben...
Natürlich macht sich kein Sponsor für die Betriebskosten eines Opernhauses stark. Unterstützt wird, was Marketingeffekt bringt und Profilgewinn verspricht. So klinken sich Sponsoren automatisch bei jenem kleinen, heiklen Teil des Opernetats ein, der als einziger flexibel ist: dem ...
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Am Ende lacht Charlotte. Werthers Selbstmord bedeutet für die junge Frau ein Erwachen aus einem amourösen Alptraum. Regisseurin Kornelia Repschläger rückt mit ihrer durchdachten Inszenierung am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin Charlottes ambivalente Gefühlslage in den Mittelpunkt.
Bei ihrem ersten Auftritt trägt Charlotte eine weiße Rüschenschürze,...
Die europäische Aristokratie war die Geburtshelferin der Oper. Ohne Fürsten und Könige, die Operntheater errichteten und Aufführungen finanzierten, hätte die Gattung wohl kaum jenen Aufschwung genommen, der ihr im 17. und 18. Jahrhundert zuteil wurde. Jeder Fürst, der etwas auf sich hielt, hatte sein eigenes Theater, in dem natürlich auch Oper gespielt wurde. Dass...
Die Allerheiligen Hofkirche in der Münchner Residenz ist ein kultischer Ort im Doppelsinne: einerseits säkularisierter Sakralraum, andererseits neuerdings viel bespielter Konzertsaal dank traumhafter Akustik und einer besonderen Atmosphäre durch eine bei der Renovierung nach Kriegsverwüstung bewusst unfertig belassenen karminroten Ziegelstruktur.
Arnaldo de...
