«È Strano»
Stephan MÖSCH: Ich darf die Hausherrin zuerst ansprechen. Frau Sobotka, Sie haben kürzlich in einem Interview gesagt, ein Theater sei keine Demokratieanstalt, sondern nur hierarchisch zu führen. Da spricht natürlich eine Frau, die lange mit Ioan Holender zusammengearbeitet hat. Was bedeutet die These konkret für Sängerinnen und Sänger?
Elisabeth SOBOTKA: Sie bedeutet, dass Sänger nicht immer das machen können, was sie wollen. Das beginnt schon in der Ausbildung, gilt dann besonders im Engagement oder bei einem Angebot zum Gastieren.
Sänger sind fremdbestimmt, wenn sie in unsere «Fänge» geraten. Wie eine Karriere verläuft, hängt – neben viel Fleiß und Glück – wesentlich davon ab, welche Stationen und Situationen man durchläuft, welche Möglichkeiten man ergreift. Bei all dem ist man oft fremdbestimmt und manchmal sogar in einem ganz strengen Korsett. Demokratisch geht es dabei kaum zu. Was meine eigene Arbeit betrifft: Ich werde nie mit einem Sänger demokratisch bestimmen können, was seine nächste Rolle ist. Natürlich rede ich mit den Ensemblemitgliedern, das ist ganz klar, will ihnen auch zuhören, will sie fördern, will sie weiterbringen. Aber entscheidend ist dabei, wie ich sie ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Thema, Seite 44
von Stephan Mösch
Der Test: Spukt die Musik des anderen, Berühmteren weiterhin durch den Kopf? Sie tut es nicht. Schon nach wenigen Takten, auch wenn Narraboth (hier «le jeune Syrien») auf Französisch die schöne Prinzessin besingt, behauptet sich die Partitur von Antoine Mariotte als Eigenwert. Weil sie eben so anders ist: kein verführerisches Parfüm à la Richard Strauss, kein...
Impressum
55. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752266
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.03.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Karlsruhe hat sich bei den 37. Händelfestspielen mit einer Inszenierung des selten aufgeführten «Riccardo Primo» durch den französischen Regisseur Benjamin Lazar erneut der barocken Theaterästhetik verschrieben. Aber anders als vor fünf Jahren bei der spektakulären Aufführung des «Radamisto» durch Sigrid T’Hooft (siehe OW 4/2009) reichte es diesmal nur zu einem...
