Diskussion Musikkritik
Es war viel Arbeit, aber auch ein großes Vergnügen: Als Vorbereitung für das Jubiläumsfest und für dieses Jahrbuch haben wir alle Hefte der «Opernwelt» aus fünfzig Jahrgängen durchgesehen. Manchmal mit einer gewissen Scheu: Wie hat die Redaktion von damals auf die gesellschaftlichen Umwälzungen von 1968 reagiert? Hatte «Opernwelt» eine gute Nase für wirklich zukunftsträchtige Talente? Sind zentrale Uraufführungen und Inszenierungen richtig eingeschätzt worden? Die Antwort fiel beruhigend aus.
Natürlich sollte die Geschichte manchmal anders entscheiden als der einzelne Kritiker. Einen Verriss von Gershwins «Porgy and Bess» (als Stück!) würde heute niemand mehr drucken. Ansonsten aber war es für uns, die heutige Redaktion, beeindruckend und informativ, wie die Kollegen verschiedener Generationen die Zeitschrift auf der Höhe der Zeit gestaltet haben.
Natürlich haben sich Diktion und Inhalte gewandelt. Manche Themen begleiten «Opernwelt» aber auch durch die Jahrzehnte. Auf den folgenden Seiten sind einige Texte zusammengestellt, über die wir uns besonders gefreut oder amüsiert haben: «Opernwelt» als Ratgeber zum Beispiel. Oder als Forum für den Diskurs. Oder als Podium für eine ...
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Sängerin und Sänger des Jahres 2010 sind Marlis Petersen und Christian Gerhaher. Zur Uraufführung des Jahres wurde Aribert Reimanns «Medea» gewählt, Dirigent des Jahres ist Ingo Metzmacher. Einen Überblick aller Gewinner in diesem Jahr finden Sie hier.
Ebenfalls in der aktuellen Ausgabe:
Wiener Welt:
Nach 19 Jahren ist die Ära Ioan Holender an der Wiener Staatsoper...
Herr Meyer, in einem Interview sagten Sie, das Budget der Staatsoper sei «nicht in Ordnung» – die Wiener Staatsoper erhalte zur Zeit nicht einmal die Hälfte der Subvention der Pariser Oper. Glauben Sie, das ändern zu können?
Was ich gemeint habe, ist, dass die Staatsoper seit Jahren keine Erhöhung bekommen hat. Auch wenn die Inflation in den letzten 20 Jahren ...
Herr Prof. Ligeti, in Ihrem Kommentar zur Entstehung der Oper «Le Grand Macabre» beschreiben Sie einen schöpferischen Entwicklungsprozeß, der – wie ich meine – für die Situation der Musik der Siebzigerjahre und des neuen Musiktheaters im besonderen sehr aufschlußreich und charakteristisch ist. Während der Arbeit an dieser Oper, Ihrem ersten großen Werk für das...
