Diese spielerische Ambivalenz der Gefühle

Ihre Karriere verlief nicht «bilderbuchmäßig». Dennoch ging es für Cornelia Ptassek kontinuierlich in eine Richtung: nach oben. Mit der Violetta, die sie in Achim Freyers Mannheimer «Traviata» singt, hat sie endgültig ihr enormes Potenzial bewiesen.

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Frau Ptassek, Sie haben im Dezember 2007 in Mannheim erstmals die Violetta in Verdis «La traviata» gesungen, eine der ganz großen Rollen des romantischen ­Sopranrepertoires. Wie fühlt man sich bei einem solchen Debüt?
Die Violetta zu singen war immer mein Traum. Nun ist er in Erfüllung gegangen, und ich bin sehr glücklich darüber. Das war ein großer Schritt in meinem Leben. Die Rolle ist natürlich so komplex, dass die Arbeit daran sicher nie aufhört. Ich entdecke bei jeder Vorstellung neue Facetten der Partie.

Die He­rausforderung ist neben der stimmlichen auch eine stark emotionale, weil mich – und ich denke, da wird es jeder Sängerin, die die Violetta singt, ähnlich gehen – die großen Themen dieser Oper, die ja Utopien oder Idealvorstellungen von Liebe, Verzeihen und Verzicht sind, tief bewegen. An einem Theaterabend durchmisst man die größten Gefühle dieser Welt. Nach einer Vorstellung bin ich selbst manchmal so aufgewühlt, dass ich lange nicht schlafen kann. Verdis Musik ist wunderbar, weil sie eine Einheit bildet, obwohl sie in jedem Akt sehr verschiedene Anforderungen an die Stimme stellt.

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Opernwelt Juni 2008
Rubrik: Interview II, Seite 68
von Uwe Schweikert

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