Die letzten Strahlen der Sonne
Für ihren Amtsantritt als Intendantin der Sächsischen Staatsoper wählte Ulrike Hessler den Hausgott Richard Strauss. Doch weder der in Dresden uraufgeführte «Rosenkavalier» noch eine «Elektra» wurde es, sondern sein vielleicht am wenigsten prominentes Bühnenwerk: «Daphne». Deren Uraufführung am 15. Oktober 1938 geriet nach Zeitzeugenberichten für den Komponisten zu einem Triumph. Das änderte nichts daran, dass die bukolische Tragödie auf ein Libretto von Joseph Gregor bald aus dem Gedächtnis (nicht nur) der Sachsen verschwand.
Verbürgt sind in Dresden zwei «Daphne»-Inszenierungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die letzte lief bis 1959.
Höchste Zeit also, sich des knapp zweistündigen Werks wieder einmal anzunehmen. Natürlich hätte Fabio Luisi diese Oper gern dirigiert. Nach seinem Zerwürfnis mit dem Orchester hinterließ der GMD ein nicht unbeträchtliches Vakuum. Gefüllt wurde es für
«Daphne» durch Omer Meir Wellber, den neuen Musikdirektor von Valencia und ehemaligen Assistenten von Daniel Barenboim. Eine mutige Entscheidung: Bis dato hatte Wellber lediglich eine Strauss-Oper dirigiert: die nicht nur entstehungs-
geschichtlich weit entfernte «Salome». Deren ekstatisch aufgeladenes Idiom ...
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Deutschen Opernfreunden sagt der Name Lotfi Mansouri möglicherweise wenig. Zwar begann er seine Laufbahn als Regisseur im deutschsprachigen Raum und hat in den sechziger und siebziger Jahren auch in Dortmund, Freiburg, Heidelberg, Kassel und Nürnberg inszeniert, doch zu Macht und Ansehen gelangte er erst in Amerika, zunächst als Generaldirektor der Canadian Opera...
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Ein...
So ganz weg war er nie. Selbst als noch kein Mensch den Barock-Boom vorausahnen konnte, der die Klassikszene erfassen sollte, gehörte Giovanni Battista Pergolesi zu den Komponisten, deren Werke auf Bühnen und Konzertpodien gespielt wurden. Das komische Intermezzo «La serva padrona» war in alten Opernführern lange das einzige Stück, das die Zeitspanne zwischen...
