Die Kunst, Sängerin zu sein
Die Stimme finden
Als Sie an der Musikhochschule in Sofia Schülerin der berühmten Ressa Koleva wurden, gab es in der Professorenschaft Diskussionen, ob Sie als Sopran, Mezzosopran oder gar als Alt ausgebildet werden sollten.
Das lag vor allem daran, dass meine Stimme nicht den damals in Bulgarien üblichen Vorstellungen von einem Mezzosopran entsprach. Sie war heller, leichter. Ich bin meiner Professorin sehr dankbar, dass sie mich in meinen eigenen Möglichkeiten förderte.
Da sie selber nicht Opern-, sondern Liedsängerin gewesen war, erkannte sie diese wohl klarer als ihre Kollegen.
Singen zu lernen ist ein sehr langer Prozess, ich habe etwa drei Jahre gebraucht, um zu verstehen, was Gesang überhaupt ist. Die Voraussetzung dafür war, dass ich zu Ressa Koleva absolutes Vertrauen hatte. Einen guten Lehrer oder eine gute Lehrerin zu finden, ist das A und O der Ausbildung. Vertrauen und Sympathie zählen dabei fast ebenso viel wie fachliche Kompetenz. Für die Grundausbildung ist ein Lehrer, mit dem man ständig arbeiten kann, wertvoller als eine Koryphäe, die nur punktuell anwesend ist. Wenn ein Professor einen Star hervorgebracht hat, bedeutet das nicht, dass seine Schüler von vornherein ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Leib und Seele, Seite 48
von
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Nun ist sie also abgeschlossen, die neue «Ring»-Produktion an der Met: Zwar nimmt sich die «Götterdämmerung» in Robert Lepages Regie optisch abwechslungsreicher aus als die vorangegangenen drei Teile, doch die wunderlich-aufwändige, als «The Machine» bekannt gewordene Bühnenkonstruktion von Carl Fillion und seinem Team wirft nach wie vor mehr gestalterische...
Fast exakt zehn Jahre ist das Trauma her, damals, beim letzten «Ring»-Versuch. Nur wenige Wochen nach der «Rheingold»-Premiere im Februar 2002 starb Regisseur Herbert Wernicke. Er hinterließ der Bayerischen Staatsoper ein monumentales Einheitsbühnenbild (den Zuschauerraum von Bayreuths Festspielhaus) und ein paar dürftige Konzeptnotizen. Zu wenig für eine...
