Die Frauen gehen in Führung
Eine italienische Villa, halb alt, halb neu. Ein Maskenball, bei dem sich nur die Hälfte der Gäste à la Watteau verkleidet hat. So wie auch dessen Gemälde in der Halle unvollendet ist und die Gastgeberin sich ausgerechnet das Pierrotkleid von dessen «Gilles» ausgesucht hat, der sonst melancholisch im Louvre trauert.
Michael Haneke, Europas gegenwärtig berühmtester und meistdekorierter Filmregisseur, hat seine zweite Mozart-Oper inszeniert. Die erste war «Don Giovanni» an der Pariser Opéra, als Manager-Melodram angesiedelt in der Bürolichttristesse von Nanterre.
Sieben Jahre später ist Haneke für «Così fan tutte» Gerard Mortier ans Teatro Real in Madrid gefolgt. Wieder gibt er sich realistisch, lässt aber doch Rätsel offen. Sind die Personen in den altertümlichen Roben wirklich Charaktere des 20. Jahrhunderts, oder sind sie einfach nur zu den vier jungen Leuten hereingeweht worden, die sich hier auf ein Liebesexperiment einlassen, von dem offenbar alle wissen? Haneke scheint sich nicht so sehr für die Umstände zu interessieren, die lässt er bewusst im Ungefähren, als für das, was aus der fatalen Wette entsteht. Don Alfonso ist hier übrigens, so will es Haneke, mit Despina (der Dame ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Manuel Brug
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Mahler-Symphonie in Istanbul gespielt wird. Es ist auch nicht das erste Mal für das Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra. Im Jubiläumsjahr 2010 stand die Sechste auf dem Programm. Die Dritte war am Bosporus zuletzt vor rund zwanzig Jahren zu hören, für die meisten Hörer im Lütfi Kirdar Kongresszentrum dürfte sie neu sein,...
2008 hatte diese Produktion am Brüsseler Théâtre de la Monnaie ihre Premiere. Drei Jahre später wurde sie dort nicht nur aufgefrischt, sondern zugleich überarbeitet und aufgezeichnet. Unterdessen erlebte sie eine skandalbegleitete Reprise in
Paris. Die jetzt vorliegende DVD stammt aus dem Jahr 2011 – und sie berechtigt zu dem Urteil: Diese «Médée» ist eines der...
Für die Eröffnung seiner 250. Spielzeit hatte sich das Teatro Comunale in Bologna etwas Besonderes ausgedacht: Passend zum Verdi-Jubiläumsjahr sollte der amerikanische Theatermagier Robert Wilson «Macbeth» inszenieren. Der Stolz über diesen Coup war offenbar so groß, dass man einen Hinweis auf jene Partner, ohne die das Projekt kaum möglich geworden wäre, im...
