Der Held, hilflos
Ein Un-Ort. Ein ungemütlicher Platz. Auf der weiten Basler Arbeitsbühne etliche Wasserbeete und ein gewaltiger Kran, dessen untere «Etagen» etwas bemüht auch Desdemonas Gemach hergeben. Susanne Gschwenders «Otello»-Szene sagt viel – vor allem, dass niemand freiwillig hier ist.
Schon gar nicht die gefesselten und von Stacheldraht eingezäunten Massen, die am Sturmbeginn zum Sieges- und Rettungsjubel verdonnert sind – die gefangenen Türken, die Kriegsbeute des venezianischen Feldherrn Otello? Oder ist es ein vom Mittelmeer ausgespuckter, elender Flüchtlingstross? Einer wird später brutal am Kran aufgehängt. Ein durch und durch Unglücklicher ist auch der Titelheld. Seine planmäßige Auslöschung durch Jago behält der Regisseur Calixto Bieito, artist in residence am Haus, unablässig im Auge: eine Demontage par excellence durch einen im Grunde blässlich-langweiligen, dabei eiskalten Technokraten der psychischen Zerstörung. Ingo Krügler hat ihn wie alle anderen venezianischen Granden denn auch in formell-unauffälliges Grau-in-Grau gekleidet.
In diesem Klima kann keine Zuneigung gedeihen – denkbarer Titel: Von einstiger Liebe. Von nichts anderem handelt Desdemonas und Otellos großes Duett ja ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Heinz W. Koch
Zwei sehr verschiedene Stücke hat man da in Episoden zerlegt und in der Werkstatt der Berliner Staatsoper zu einem Doppelabend verschränkt: Janáceks Liederzyklus «Tagebuch eines Verschollenen» und Poulencs Tragédie lyrique «La Voix humaine». In der kargen, aber enthusiastisch musizierten Klavierfassung (Leitung und Klavier: Günther Albers) geht das erstaunlich gut...
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Ja, das gab es. Meine allergrößte Liebe war Verdi. Verdi war der gesangliche Kompass in meinem Leben. Hier habe ich mein Legato gefunden, das meine Grundlage war und ohne das es für mich auch keinen Mozart gibt. Verdi war sogar für den Verismo meine Basis. Und für...
Wie Soraya, nach Erhalt der Nachricht, dass sich der Schah von Persien von ihr scheiden lässt. So sieht Max Emanuel Cencic auf seinem jüngsten CD-Cover als «Siroé, Rè di Persia» aus – mit leidendem Blick und dickem Kohlekajalstrich (Decca 4786768). Das ist allerdings die einzige geschmackliche Entgleisung, die der multifunktionale Kroate sich bei seinem ...
