Der Eine
Geboren wurde Gottfried von Einem am 24. Januar 1918. Gestorben ist er offenbar nie. Jedenfalls begleitet ihn ein Buch seiner Ehefrau Lotte Ingrisch über den 12. Juli 1996 hinaus auf einer sehr vitalen, von spiritistischem Zinnober nicht freien «Jenseitsreise». Die Rolle eines Menschen, der aus der Zeit gefallen ist, spielte Einem gern. Auf einer Podiumsdiskussion in seinen letzten Jahren hatte er neben überaus offenen Statements wie immer auch verbale Attacken parat – ein physisch wuchtiger Mann mit dem eindrucksvollen Bart des Propheten.
Als sich niemand aus dem jungen, verschüchterten Publikum aufraffen wollte, die Fragerunde zu eröffnen, polterte er wieder: «Na los, fragen Sie doch was, wenn Sie schon mal so einen Dinosaurier vor sich haben!»
Gottfried von Einem legte Wert darauf, das Wort vom «Componisten» mit «C» zu schreiben. Er stammte aus höchsten Militär- und Adelskreisen. Sein Vater war General, die Mutter Baronin. Wie er selbst genüsslich erzählte, sei er aber bei einer Affaire seiner Mutter mit einem ungarischen Grafen entstanden, der später auf der Jagd von einem angeschossenen Löwen zerrissen wurde. Solche Kategorien liebte er. Mitunter auch die Rolle des Don ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Stephan Mösch
Frau Jaho, 2017 bestand für Sie fast nur aus Butterflys und Violettas. Wie das?
Ich habe das etwas spät realisiert. Die Verträge wurden nach und nach unterschrieben, und irgendwann war dieser Terminplan komplett. Mancher mag kritisieren: Über 30-mal hat sie schon Cio-Cio-San gesungen, das ist doch verrückt.» Mir ist klar, dass ich ein lyrischer Sopran bin. Aber die...
Vor Kurzem bekam ich zehn Belegexemplare einer CD zugeschickt, die ich im März aufgenommen hatte. Das stellte mich vor zwei Probleme. Erstens habe ich längst keinen CD-Player mehr. Ich bemühe mich nach Kräften, meinen Plunder in Grenzen zu halten, weshalb mir der Niedergang der Scheibenwelt sehr gelegen kommt. Heute ist die CD praktisch ein Dinosaurier. Warum eine...
Was Stimmcharakteristik und Entstehungszeit der Werke betrifft, sind die Arienalben von Sonia Prina und Sophie Bevan zwar sehr unterschiedlich, eine Gemeinsamkeit haben sie aber doch: die sorgfältige Auswahl der Titel und die Fokussierung auf je einen klar definierten Zeitabschnitt. Sonia Prina widmet sich mit «Heroes in Love» dem wenig bekannten «italienischen»...
