Der Auftraggeber
Man muss ihn einen erfolgreichen Sisyphus nennen, und so sieht er sich auch selbst. Als Opernintendant in Amerika hat David Gockley den Stein der Ästhetik immer den Berg hochgerollt, um zu sehen, wie er auf der anderen Seite als Stein der kommerziellen Abhängigkeit wieder herunterrollte. Abgehalten von seiner unerschrockenen Politik der Innovation hat ihn das nicht.
Wenn es einen Impresario in Amerika gibt, dem der Spagat zwischen künstlerischen Ambitionen und Fundraising gelang, dann ist es der smarte Mann aus Philadelphia, der nur zwei Posten als General Manager innehatte – in Houston und San Francisco – und doch in der Operngeschichte seines Landes neben die Größten, etwa Rudolf Bing, den langjährigen Chef der Metropolitan Opera, gestellt werden muss.
Von Rudolf Bing, der es immerhin wagte, eine Maria Callas zu brüskieren, stammt das konservative Credo schlechthin: Er könne bei neuen Werken vom ersten Rang der Met getrost einen Stein ins Parkett werfen, verletzt würde dabei niemand – weil dort sowieso niemand säße. David Gockley hat das Gegenteil bewiesen. Von 1972 an machte er über einen Zeitraum von 33 Jahren die Houston Grand Opera, deren Neubau er initiierte, zu einem der ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Wolfgang Sandner
Ob dieses Beispiel Schule macht? Die Brüsseler Monnaie-Oper hat die Regie für ihre jüngste Mozart-Produktion nicht aus der Oberliga der «üblichen Verdächtigen» auf dem Regie-Markt eingekauft, sondern über einen Wettbewerb erstreiten lassen. Zu diesem ungewöhnlichen Schritt fühlte sich das Leitungsteam durch die aktuelle Baustellensituation ermuntert. So lange das...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 7
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752291
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 06.06.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Opern-Tage» will das Festival in Rotterdam bieten. Unter dem Begriff wird an der Rheinmündung alles mögliche subsumiert: von objets trouvés über Klanginstallationen bis hin zu Essensschlachten in Reizwäsche. Gewiss, Gesang bekommen wir zu hören. Auch die eine oder andere Geschichte serviert. Aber Oper?
Man nehme etwa den diesjährigen «Parsifal»: Zwar spielt ein...
