Cleopatras betörende Klagen
Quel nez, was für eine Nase», schwärmt Miraculix, der Druide. Und in der Tat: So, wie Albert Uderzo die Kleopatra zeichnete, mit ihrem kecken Näschen, haben wir sie noch in bester Erinnerung. Obwohl der diesbezügliche Astérix-Cartoon nun auch schon fast ein halbes Jahrhundert alt ist. Wer aber war diese vermeintliche Femme fatale, die durch die Jahrtausende ein Heer von Malern, Musikern, Dichtern inspirierte? Eine Hure auf dem Königsthron? Plinius der Ältere stellte sie als solche dar, und Dante ließ sie deswegen im Zweiten Höllenkreis schmoren, wo Lust- zu Wehgeschrei wird.
Doch vielleicht war die Ägypterin aus dem griechischen Geschlecht der Ptolemäer, die im ersten Jahrhundert vor Christus das Land am Nil regierte, eine tragisch an ihren großen Gefühlen Scheiternde; zugleich die letzte Repräsentantin einer großen Kultur, die sie mit sich in den Orkus nahm.
Auf jeden Fall faszinierten die vielen Facetten dieser Figur Cecilia Bartoli so sehr, dass die vom neuen Salzburger Intendanten Alexander Pereira bestellte Künstlerische Leiterin ihre ersten Pfingstfestspiele unter das Motto «Cleopatra – im Labyrinth von Eros und Macht» stellte. Der Clou sollte ohnehin ihr eigenes Auftreten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Gerhard Persché
Grand Opéra auf einer alten Bodenseefähre? Meyerbeers «Afrikanerin» am Rande der Alpen? Vier Stunden klingendes Material auf weniger als zwei Stunden eingedampft? Das Riesenorchester auf Salonformat gestutzt (Flöte, Kontrabass, Violine, Klavier, Akkordeon)? Der Konstanzer Intendant Christoph Nix liebt das Schräge und Abseitige – und scheut kein Risiko, wenn er sich...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Tristan und Isolde: 1., 7.
• L’Enfant et les sortilèges: 3., 9.
• Le nozze di Figaro: 5.
• Un...
Mit sechzig kommen die 1952 gegründeten Schwetzinger Festspiele langsam in die Jahre. Unter der Leitung des SWR-Redakteurs Peter Stieber haben sie sich im vergangenen Jahrzehnt zu einem Kammermusikfestival vom Feinsten gemausert, das auch aktuelle Musik einbezieht. Letztes Jahr galt die Reverenz György Kurtág. Diesmal stand Aribert Reimann im Zentrum dreier...
