Cilea: Adriana Lecouvreur
Mirella Freni, Margaret Price, Renata Tebaldi und, natürlich, Magda Olivero – nahezu untrennbar ist «Adriana Lecouvreur» mit den großen Sängerinnen des Jahrhunderts verknüpft. Francesco Cileas Schauspielerinnentragödie ist das Divenstück par excellence, und wenn ein Theater die «Adriana» auf den Spielplan setzt, dann eigentlich nur, weil es damit einer Primadonna huldigen möchte. Dass sich das Mecklenburgische Landestheater in Neustrelitz an das Stück herantraut, scheint in diesem Zusammenhang vermessen, bedeutet aber auch eine Chance.
Auf der kleinen Bühne ließe sich stärker fokussieren, was die «Adriana» jenseits des vokalen Wohlgefühls noch zu vermitteln hat: dass hier eine Welt gezeigt wird, in der die Kunst allein noch der Zufluchtsort der wahren, großen Gefühle ist, während es im Leben längst zugeht wie in einem miesen Boulevardstück. Leider bekommt die Regie von Kristina Wuss dieses resignative Fin-de-Siècle-Lebensgefühl nicht in den Griff, buchstabiert das Stück lediglich etwas unbeholfen nach. In einem Kulissenungefähr, das halb an «Traviata», halb an «My Fair Lady» erinnert, ringt eine verschüchterte Titelheldin mit grellem Sopran (Larysa Molnárová) um ...
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