Buntes Welttheater
Zu einer deutschen Erstaufführung hatte es diesmal nicht gereicht, da war Frankfurt den Lübeckern zuvorgekommen, aber immerhin zu einer norddeutschen. Und zu dem Beweis, dass sich die 2005 in London uraufgeführte und seither nur an großen Bühnen erprobte Shakespeare-Adaption «The Tempest» von Thomas Adès durchaus auch als Repertoirestück für kleinere Häuser eignet. Wenn – ja wenn sie ein so auf den Punkt besetztes Ensemble zusammenbringen und einen so originellen, gleichzeitig werkbezogenen Regieansatz präsentieren können, wie das die Hansestädter an der Trave vermochten.
Regisseur Reto Nickler fand die richtige Balance zwischen gewichtigem Zauberspiel und federleichter Komödie. Auf dem von Hartmut Schörghofer entworfenen, weit in Richtung Zuschauerraum vorgezogenen Bühnenrund entfaltete er auf Prosperos Insel ein fantasievolles Strandleben in der Art einer Ferienkolonie. Doch auch die dunklen Schicksalstöne des Stücks kommen nicht zu kurz. Buntes Welttheater, vom brillant choreografierten orchestralen Sturm-Vorspiel (Martina Wüst) über gekonnt ausgemalte Kontraste in der Personenführung zwischen Komödiantik und Melancholie bis hin zum poesievollen Entsagungsschluss. Eine ...
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Riccardo Muti, Herzog & Meuron, Prada... – was den Snob-Appeal betrifft, dürfte das für die Met-Erstaufführung von Verdis «Attila» zusammengekaufte Aufgebot schwerlich zu übertreffen sein. Die Befürchtung, die kapitale Promi-Riege habe sich an einem musikalischen Objekt abgearbeitet, das nicht weiter der Rede wert ist, löste sich jedoch schon während der ersten...
Günter Krämer und Gerd Albrecht brachten in den neunziger Jahren einen «Ring» in Hamburg heraus. Andreas Reinhardt, langjähriger Kombattant, hatte damals die kühlen (und mit Elementen der Industriekultur prunkenden) Bilder entworfen: großzügig, modern, solide.
Nun ergriff Krämer die Chance zu einer neuerlichen Auseinandersetzung mit einem der Hauptwerke des 19....
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