Bratislava: Der unverwüstliche Wüstling
Es beginnt ohne Orchester mit einem faszinierenden Klangsymbol. Eine knabenhaft helle, gleißende Sopranlinie fährt wie ein Lichtbogen durch den dunklen Raum. Auffällig an dem ansonsten schlichten Melisma das Tritonus-Intervall, als traditioneller diabolus in musica hier Vorbote von Verhängnis. Tatsächlich erscheint das periodisch im Stück wiederkehrende Vokalzeichen, zunächst nur sanft verhallend, von Mal zu Mal verzerrter, schließlich klirrend-fröstelig und markerschütternd gruselig wie die nervenrüttelnde Horror-Soundscape eines David-Lynch-Films.
Die dramaturgische Funktion dieses «Leitmotivs» ist sonnenklar: Es geht um die opernhaft-akustische Kennzeichnung dessen, was mit dem fatalen Porträt Dorian Grays geschieht. Während dieser leibhaftig als unveränderlich ephebenhaft strahlender Beau eine Bahn der Ausschweifungen, ja des Verbrechens durchläuft, setzen sich die Spuren dieses Lebens in dem Bildnis ab, das, damit gewissermaßen zum sündentragenden Lammgottes werdend, zunehmend Fürchterliches offenbart. Schließlich wird es für Dorian so zum Menetekel, dass er mit einem Messer auf die Leinwand einsticht – und dabei sich selbst tötet. In Verfilmungen des Oscar-Wilde-Stoffes erlebt ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Hans-Klaus Jungheinrich
Die Tragödie ist so gut wie vergessen. Am 1. März 1954 geriet der japanische Fischer Aikichi Kuboyama nach einem Nukleartest der amerikanischen Marine unweit des Bikini-Atolls mit 22 anderen Seeleuten in einen radioaktiven Ascheregen. Ein halbes Jahr später war er tot. Das erste Opfer der Wasserstoffbombe. Eine Sekunde hielt die Welt den Atem an, dann ging sie zur...
Wer vieles bringt», sagt der Theaterdirektor in Goethes «Faust»-Vorspiel, «wird manchem etwas bringen; und jeder geht zufrieden aus dem Haus. Gebt ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken. Solch ein Ragout, es muss euch glücken.» Das Stück heißt «Die Stimme», und es verspricht viel, zielt im Grunde auf alles, was die vox humana betrifft: «Grundlagen –...
arte
1.1. – 5.00 Uhr
7.1. – 5.10 Uhr
Naganos Kinderlieder.
Japanische Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert, neu arrangiert von Kent Nagano und Jean-Pascal Beintus.
1.1. – 18.05 Uhr
Neujahrskonzert 2014
aus dem Teatro La Fenice in Venedig. Orchester und Chor des Teatro La Fenice, Diego
Matheuz. Solisten: Lawrence Brownlee, Carmen Giannattasio.
3./9.1. – 5.00 Uhr
Ein Ball...
