Bodenständig, weltoffen

Eine kleine Geschichte des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters

Opernwelt - Logo

Berühmt und gleichwohl schlicht sind die Namen der Berliner Philharmoniker, der Bamberger Symphoniker oder des Cleveland Orchestra. Sie verraten lediglich den Hauptsitz dieser künstlerischen Verbände, der heutzutage freilich immer weniger mit dem Herkunftsort der dort beschäftigten Musiker zusammenfällt. Andere Klangkörper nannten sich nach einer Gründerfigur – das Hallé-Orches­ter in Manchester, das Kurt-Graunke-Symphonieorchester in München.

Bezeichnungen wie «Sächsische Staatskapelle» verweisen auf eine höfische Vergangenheit; im traditionsbewussten England tragen die Mitglieder des Royal Philharmonic den königlichen Namen weiter. Auf emphatische Ambitionen deuten Orchesternamen, die Gustav Mahler, das Zeitalter der Aufklärung oder den Westöstlichen Diwan (die beiden Letzteren in der englischen lingua-franca-Version) beschwören. Altertümlich zünftlerisch erinnern das Gewandhaus- und das Gürzenichorchester an die überkommene bürgerliche Stadtkultur in Leipzig beziehungsweise Köln.

An älteren künstlerischen Gemeinsinn gemahnt auch die Benennung des Opern- und Museumsorchesters in Frankfurt. Der repräsentative Klangkörper der Mainstadt (mit dem des Hessischen Rundfunks beherbergt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: Bilanz, Seite 140
von Hans-Klaus Jungheinrich

Vergriffen
Weitere Beiträge
Tragödie aus Feuer und Licht

In einem Darmstädter Vortrag von 1961 dachte Theodor W. Adorno darüber nach, was künstlerische Utopie bedeutet. Seine Antwort: «Dinge machen, von denen wir nicht wissen, was sie sind.» Das konnte, über alle Sentenzhaftigkeit hinaus, konkret auf die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre bezogen werden. Und es hatte weitreichende Folgen. In der Oper bedeutete der...

Ausblick und Rückblick

50 Jahre «Opernwelt» und «Theater heute»: Das haben wir zum Anlass genommen – nicht für einen Festakt, sondern für ein Fest. Es fand am 28. August im Berliner Schiller-Theater statt, einem Ort, der durch seine Geschichte mit dem Schauspiel und durch seine Zukunft mit der Oper verbunden ist. (Seit Oktober 2010 spielt dort die Berliner Staatsoper, danach wird ihn die...

«Am Eros der Struktur arbeiten»

Richard Klein: Meine Damen und Herren, soweit Richard Wagners «Rheingold»-Vorspiel in der Inszenierung von Johanna Dombois. Was wir gerade erlebt haben, scheint mir ein idealer Gegenstand für die Doppelaufgabe zu sein, über die Neuen Medien im Allgemeinen und Wagners «Ring» im Besonderen zu sprechen, wirft es doch von sich aus die Frage auf: Wie überhaupt anfangen?...