Bitte nicht so opernhaft!

Beim Stuttgarter Eclat-Festival experimentiert Simon Steen-Andersen in seinem Musiktheater «Buenos Aires» mit Formen und Erzählstrategien

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Der Befund ist kaum neu: So wie das Schauspiel immer weniger seinen Texten vertraut und durch den Griff der Protagonisten nach dem obligatorischen Mikrofon zum Musiktheater wird, so wird in der Oper der Vertrag mit der Partitur brüchiger. Solange aber Uraufführungen als Auftragswerke in den herkömmlichen Opernbauten und unter den üblichen Bedingungen genormter künstlerischer Prozesse stattfinden, wird die Matrix Wort-Szene-Musik selten aufgekündigt.

Das Stuttgarter Neue-Musik-Festival Eclat hat sich unter seinem langjährigen Leiter Hans-Peter Jahn, trotz beschränkter Mittel, gelegentlich am Theater mit Musik – oder um Helmut Lachenmanns Formel aufzugreifen: Musik mit Bildern – versucht. Nicht unbedingt mit Knalleffekt. Seit 2014 stehen die vier Tage im Januar unter der Mitdirektion des SWR-Redakteurs Björn Gottstein (neben Christine Fischer, der Intendantin des Festivalausrichters Musik der Jahrhunderte). Kaum angekommen, verabschiedet er sich schon wieder. Nach der Ausgabe 2015 im Theaterhaus mit 16 Ur- und Erstaufführungen, wird er sich auf die Leitung der Donaueschinger Musiktage konzentrieren.

Immerhin, Gottstein kann einen markanten Eröffnungsabend verbuchen, die deutsche ...

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Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Götz Thieme

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