Berg: Wozzeck

Lübeck

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Ein starkes Stück. Auch wenn man es mit traditionellen Mitteln auf die Bühne bringt. Wie jetzt in Lübeck, wo Regisseur Marc Adam dem Werk keinerlei Gewalt antat, sondern – konzentriert auf die Darsteller und ihre Körpersprache – Bergs «Wozzeck» als Tragödie der Beziehungslosigkeit unter den Menschen entwickelte. Der fast requisitenfreie, leere Raum als Ort, wo die Menschen sich zwar begegnen, aber doch aneinander vorbeileben. Wo Bindungsversuche, gleich welcher Art, zum Scheitern verurteilt sind.

Wo auch das kleine Stückchen Geborgenheit, das man erreicht hat (Maries Stube wird da­für zur szenischen Metapher), wieder verloren geht: «Der Mensch ist ein Abgrund.»
Adams Inszenierung ist einfach, eingängig, beschränkt sich dennoch nicht auf realistisches Nacherzählen. Immer wieder wird eine zweite Sinnebene mitgedacht und mitgezeigt – sei es durch das Bataillon von Funkenmariechen, das der weibergeile Tambourmajor anführt, sei es durch den plötzlichen Wechsel ins Schattenspiel, das die Krise in der Beziehung zwischen Marie und Wozzeck optisch verdeutlicht, oder durch den unheimlichen Lemurentanz in der Schenke nach Mariens Tod. Facettenreich und trotzdem geradlinig wird das düstere ...

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Opernwelt Juni 2006
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 53
von Gerhart Asche

Vergriffen
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