Ausweg ausgeschlossen
Fünfzig Jahre ist es her, dass sie vergiftet in ihrer Wohnung in Los Angeles aufgefunden wurde. Und doch hat jeder beim Stichwort «Marilyn Monroe» immer noch Assoziationen und Bilder im Kopf: die platinblonden Haare, der Kussmund, «I wanna be loved by you». Eine tragische Ikone: Allzu unvereinbar blieben innere Wünsche und äußere Erwartungen. Dazu kommt der frühe Tod mit 36 Jahren, der sie zwar nicht in den berühmten «Club 27» an die Seite von Jim Morrison, Kurt Cobain oder Amy Winehouse einlässt, aber in der kollektiven Erinnerung doch unsterblich macht.
Diesen Stoff für eine Oper zu nutzen, liegt nahe. Der niederländische Komponist und bekennende 50er-Jahre-Fan Robin de Raaff hat jetzt zugegriffen: «Waiting for Miss Monroe» wurde im Rahmen des Holland Festivals in der Amsterdamer Stadsschouwburg uraufgeführt.
Mit der Librettistin Janine Brogt und der Regisseurin Lotte de Beer nähern sich zwei Frauen dem Phänomen Monroe – und prompt bleibt die Figur nicht in männlichen Stereotypen hängen. Zu besichtigen ist vielmehr das Innenleben einer Verzweifelten. Brogt beschränkt sich klugerweise auf die letzten Wochen rund um die Dreharbeiten zum unvollendeten Film «Something’s Got to ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2012
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Udo Badelt
Thomas Mann und die Musik – ein oft beackertes Feld, auf dem kaum noch Steinchen liegen, die nicht schon gehoben und von allen Seiten betrachtet worden sind. Nun hat Timo Sorg in seinem Buch «Beziehungszauber» – die leicht gekürzte Fassung seiner Heidelberger Dissertation – einen Pfad gefunden, um bislang vernachlässigte Stellen zu erschließen. Statt der häufig...
Jean Cox erschien auf der Bühne immer jünger, als er war. Als er 1984 in einer «Meistersinger»-Aufführung der Bayreuther Festspiele als Stolzing einsprang, wirkte er frischer und agiler als der um zwei Jahrzehnte jüngere, eigentlich vorgesehene Kollege. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, dass dieser Tenor bald das Rentenalter erreichen würde. Die Stimme...
Wer derzeit durch die internationalen Opernpläne scrollt, staunt nicht schlecht: Just Igor Strawinskys «The Rake’s Progress», der nach der venezianischen Uraufführung im Jahr 1951 in den Augen progressiver Kreise den Ruf vom «Reaktionär» Strawinsky eindrucksvoll zu bestätigen schien – diese einzige «echte» Oper des russischen Weltbürgers erfährt derzeit etliche...
