Ausgegraben, angestaubt

Raritäten von Rossini und Donizetti auf CD und DVD

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Die Ära der romantischen Belcanto-Oper hat Konjunktur. Immer neue abgelegene Werke kommen ans Licht, die Lücken füllen, das bereits bekann­te Repertoire aber nicht zwingend aufwerten – das gilt jedenfalls für drei aktuelle Veröffentlichungen von Live-Aufnahmen der jüngsten Zeit.

Gioacchino Rossini konnte mit seiner für Rom komponierten Opera seria «Adelaide di Borgogna» (1817), ein Werk über die Befreiung Adelheids von Burgund durch Kaiser Otto den Großen, nicht mehr als einen Achtungserfolg erringen.

Nach 1825 soll das Stück nirgends mehr gespielt worden sein. Dabei fehlt es der Musik nicht an Einfallskraft und gelegentlich tragischem Pathos. Vor ein paar Jahren hat Opera Rara den Mitschnitt einer konzertanten Aufführung herausgebracht. Die szenische Reprise in Pesaro war demnach eine echte Ausgrabung – aber keine Neubelebung. Pier’Alli pflegt einen musealen Inszenierungsstil, schablonenhaft, mit rudimentärer Personenführung. Die Langeweile des szenischen Geschehens wird durch simultane Videoprojektionen aufgemotzt. Daniela Barcellona wirkt als Ottone in Rüstung und Helm unfreiwillig komisch, und Jessica Pratt muss sich als Adelaide in affektierten Posen winden. Gesanglich und ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Ekkehard Pluta

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