Aus der Händel-Werkstatt
Unter den Dirigenten, die sich intensiv mit den Opern Händels beschäftigen, ist Alan Curtis mit Abstand der findigste: Auch wenn mittlerweile eigentlich alle Händel’schen Bühnenwerke auf CD vorliegen, findet der Amerikaner doch immer noch irgendeinen Kniff, der eine Neuaufnahme unter dem verkaufsfördernden Etikett einer «Ersteinspielung» rechtfertigt.
Anders als bei seinem vor Jahresfrist erschienenen «Radamisto» in der Erstfassung von 1720 ist der Novitätswert der jüngsten Curtis-Premiere «Fernando» allerdings eher gering: Die Musik des Stücks ist bis auf einige Rezitative identisch mit der bereits in zwei Aufnahmen vorliegenden «Sosarme», und das aus gutem Grund. Vermutlich weil die Handlung des «Fernando» in Portugal, einem engen Verbündeten der britischen Krone angesiedelt ist und die dortigen Monarchen in nicht eben schmeichelhaftem Licht zeigt, verlegte Händel die Szenerie während der Komposition in den (damals) politisch weniger brisanten vorderen Orient. Dass die Story durch die Rückführung auf den originalen Kontext tatsächlich an dramatischer Prägnanz gewinnt, dürfte allerdings vor allem für szenische Aufführungen von Belang sein. Wichtig und willkommen ist die Aufnahme ...
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