Aufstand im Konzertsaal
War es Zufall oder die Macht des Schicksals? Das Orchester der Vlaamse Opera in Antwerpen, das vor kurzem noch seine Auflösung befürchten musste, spielte nun Giorgio Battistellis Oper «Prova d’orchestra» – ein Werk, das die Geschichte eines revoltierenden Klangkörpers erzählt. Vorlage für diese Komposition, die 1995 in Straßburg uraufgeführt wurde, war Federico Fellinis gleichnamiger 1978/79 entstandener Film.
Fellini stritt zwar alle Bezüge zu politischen und sozialen Verhältnissen ab, doch ist kaum zu übersehen, dass er die Anarchie, welche die fiktive Ensemblerepublik des Films charakterisiert, nicht zuletzt als Parabel auf die italienische Gesellschaft der siebziger Jahre verstand. Ein autoritärer, ursprünglich aus Deutschland stammender Dirigent gerät hart mit Musikern aneinander, die sich an den Revolten und antiautoritären Ideen der sechziger und siebziger Jahre orientieren. Der Erste Schlagzeuger, zugleich Repräsentant der Gewerkschaft, organisiert den allgemeinen Aufruhr. Eigentlicher Katalysator der Turbulenzen ist allerdings ein Fernsehteam, das eine Reportage über das Orchester drehen will. Ob Musiker oder Dirigent – alle schütten vor laufender Kamera ihr Herz aus. ...
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