Apropos... Kinderchor
Frau Sarré, es heißt, in den Familien werde nicht mehr gesungen.
Leider. Die musikalische Prägung ist enorm wichtig. Wir müssten eigentlich nicht nur in den Familien ansetzen, sondern auch in den Kindergärten und Schulen. Das passiert zu wenig. Potenzial ist bei Kindern vorhanden, es wird aber zu wenig geweckt. Die Kinder unseres Chors lernen früh auch ein Instrument. Wer zum Beispiel Geige oder Cello übt, achtet ganz anders auf die Intonation. Singen ist etwas Elementares, es sollte zu jeder musikalischen Ausbildung gehören.
Kann wirklich jeder singen?
Absolut. Es gibt sicherlich Begabungen. Je früher mit dem Musikmachen begonnen wird, desto besser. Wenn Eltern ihren Kindern etwas vorsingen, wird das zur Selbstverständlichkeit.
Welche Voraussetzungen benötigt ein Kind für Ihren Chor?
Es muss intonationssicher sein, eine gute Auffassungsgabe haben, weil es alles auswendig singen und sich szenische Details merken muss. Ich verlange beim Vorsingen kein bestimmtes Lied, frage auch keine Intervalle ab. Es soll sich alles locker entwickeln. Wie beim Ballett haben wir ein Nachwuchsproblem bei den Jungs. Auch weil manchmal dieser dumme Vorwurf oder Hintergedanke auftaucht: Wer so was macht, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Markus Thiel
Zahlreiche Sololieder, darunter viele Mehrfachvertonungen, hat Franz Liszt geschrieben, insgesamt 127. Sie sind weitgehend unbekannt, wie ja überhaupt der musikalische Kosmopolit Liszt unter den großen Komponisten des 19. Jahrhunderts der am wenigsten populäre sein dürfte. Wie die Klavierwerke fordern die abseits der Gattungsentwicklung stehenden Lieder von den...
Zum Ausklang der Saison 2018/19 stand an der Opera di Roma Mozarts «Idomeneo» auf dem Spielplan – zum ersten Mal seit 1983. Beworben wurde die Koproduktion mit Madrid, Kopenhagen und Toronto als provokative Deutung im Sinne tagesaktueller Krisen. Robert Carsens Neuinszenierung löst das durchaus ein – wobei die freundliche Aufnahme durch das römische Publikum...
JUBILARE
Helga Thiede studierte Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, wo die Sopranistin als Mitglied des Studios der Staatsoper Unter den Linden debütierte. 1967 wurde sie ans Mecklenburgische Staatstheater Schwerin engagiert, wechselte anschließend ans Landestheater Dessau und 1984 an die Dresdner Semperoper, der sie bis zur...
