Apropos... Höhen und Tiefen

PETRA LANG ist angekommen. Im Genfer «Ring» von Dieter Dorn und Ingo Metzmacher singt sie ihre erste komplette szenische Brünnhilde – nach vielen Brangänen, Waltrauten und Kundrys. Für die gebürtige Frankfurterin ist dies, nach einem Umweg über die Mezzo-Schiene, eine Art Heimkehr ins hochdramatische Sopranfach. Auch wenn sie es dort nicht übertreiben will.

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Welche Brünnhilde ist am schwersten zu singen?
Für mich die der «Walküre», weil sie sehr tief liegt. Ich mache immer drei Kreuze, wenn’s vorbei ist. Die «Siegfried»-Brünnhilde singt sich dagegen wie nix. Und bei «Götterdämmerung» hat man vom Spiel her einen anderen Zugriff. Bei der «Walküre» hat meine Lehrerin Ingrid Bjoner immer gesagt: «Ach Gott, diese Mezzopartie!» Und meine andere Lehrerin, Astrid Varnay, meinte: «Weißt du, Langsche, du darfst dich bei der ‹Walküre› nicht viel einsingen. Du musst ­darauf vertrauen, dass du die Höhe hast.

» Man sollte eine gewisse Kamikaze-Mentalität haben und sich denken, dass die «Hojotohos» am Anfang schon kommen. Den Rest muss man sich dann ordentlich einteilen.

Waren Rollen wie Brünnhilde immer in Ihrer Stimme angelegt?
Ich hatte immer eine gute Höhe, aber sie war lange nicht stabil genug. Im Studium habe ich «Figaro»-Gräfin, Arabella oder Fiordiligi gesungen – es klappte nie optimal. Um mich zu schützen, habe ich mit Ingrid Bjoner, die mich 17 Jahre lang betreut hat, entschieden: Okay, wir fahren erst einmal die Mezzo-Schiene. Ich arbeite jetzt weiter an den Brünnhilden. Elektra oder Färberin werden sicherlich nicht kommen. Vielleicht ist als ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Markus Thiel

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