Angie schützt die Ehe
Die Vlaamse Opera hat sich das Ziel nicht nur eines modernen, sondern eines zeitgemäßen «Rings» gesetzt. Und das laut Jahresprogramm gleich in dreierlei Hinsicht. Einmal in der Regie von Ivo van Hove, dann durch das Engagement schlanker, junger Stimmen, schließlich mit einem analytisch-entschlackten Orchesterklang. Zumindest hinsichtlich der ersten beiden Punkte ist das in der «Walküre» gelungen. Man darf sich den ersten Tag dieses «Rings» nicht als irgendeine Theaterproduktion vorstellen: Auch für das Doppelinstitut Antwerpen/Gent ist 2006/07 eine Saison angespannter Finanzen.
Das Antwerpener Haus feiert sein hundertjähriges Bestehen – und hat noch die Pforten geschlossen, um die Bühnentechnik, Werkstätten und Bestuhlung zu sanieren. Gleichzeitig wurde der öffentliche Zuschuss dezimiert. Regieteams und Besetzungen der Opernproduktionen sprechen dafür, dass die Qualität vorerst nicht leiden wird. Vieles wird dem schmaler gewordenen Budget durch Kooperationen (von den Schwetzinger Festspielen bis zur Mailänder Scala) abgetrotzt. Ein zentraler Punkt des Spielplans ist die konsequente Hinwendung zu jüngerem Publikum: Eine ganz auf Kinder und Jugendliche zugeschnittenen «Zauberflöte» ...
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Der Schwarz- und Graumarkt ist ein finstres Fass – allerdings mit zahlreichen Löchern durchbohrt, so dass selbst vermeintlich streng gehütete Geheimnisse längst in die weite Welt entweichen konnten. Dazu zählt etwa der 1953 in Bayreuth mitgeschnittene «Ring» unter Clemens Krauss. 1953 dirigierte Krauss dort zum ersten Mal Wagners Tetralogie, im Folgejahr hätte ein...
Was? Sie kennen Dvoráks «Král a Uhlír» nicht? – Kral-a-was? Nee. Muss man das kennen? Ein bisschen snobistisch ist es schon, wenn Orfeo auf dem Cover wie auf dem Besetzungszettel nur den tschechischen Titel eines Werkes nennt, von dem außerhalb Tschechiens kaum jemand je gehört haben dürfte. «Král a Uhlír» ist ganz simpel mit «König und Köhler» zu übersetzen, es...
Der mächtigste Mann im größten Opernbetrieb der Welt schmunzelt süffisant. Er habe sieben Gewerkschaften, lässt er uns während der Pause in einer Bühnengasse der Opera Bastille wissen. Fast klingt es, als spräche er von sieben Liebhabern. Und als sei alles ganz normal, nämlich so, wie es mit Liebhabern eben ist: Für die meisten bleibt Nehmen seliger als Geben;...
