Alte Bekannte
Die Wiederveröffentlichung von Ton- und Bildmaterial aus dem Katalog ist angesichts rückläufiger Umsätze für die großen Klassik-Labels zu einem wichtigen Geschäftszweig geworden. Kein Jubiläum, das nicht für die Zusammenstellung einer CD- oder DVD-Box genutzt würde. Der Griff ins Archiv kostet so gut wie nichts, und alte Einspielungen lassen sich, zumal in neuer Verpackung und technisch überarbeitet, gut vermarkten. Das gilt besonders für Operngesamtaufnahmen.
Nicht nur die Decca («The Opera Label») bringt seit geraumer Zeit preiswerte Ausgaben hochwertiger (Studio-)Produktionen aus den Beständen auf den Markt – zum Verdi-Jahr 2013 etwa konnte man ein stattliches Geburtstagspaket mit 75 CDs beisteuern («The Complete Works»).
Wenn die Deutsche Grammophon nun einen Würfel im Jugendstil-Look mit sämtlichen Opern von Richard Strauss herausgebracht hat, so begegnet man auch hier alten Bekannten wieder. Das Spektrum reicht von einem am 30. August 1952 entstandenen Live-Mitschnitt der «Liebe der Danae» aus Salzburg (Wiener Philharmoniker, Clemens Krauss; in der Titelpartie: Annelies Kupper) bis zu der im September und Dezember 2000 in der Dresdner Lukaskirche (gleichsam unter ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Albrecht Thiemann
Jubilare
Verdi hätte ihr zu ihrer Violetta gratuliert, war einmal in dieser Zeitschrift zu lesen. Zum beachtlichen Repertoire der in San Francisco gebürtigen Sopranistin Jane Marsh zählen neben den zentralen Verdi-Partien auch Mozarts Fiordiligi, Figaro-Gräfin, Donna Elvira und Donna Anna, Wagners Sieglinde, Strauss' Marschallin und Daphne, Bellinis Norma,...
Noch ein weiteres Album, dann ist die Schubert-Edition geschafft. Nicht auf enzyklopädische Vollständigkeit zielt Matthias Goerne bei seinem Großprojekt: Es ist eine sehr persönliche Auswahl, die Lieder zu dramaturgisch sinnvollen Großeinheiten verbindet. Auch auf dem Doppel-Album «Wanderers Nachtlied», der vorletzten Folge, wird ohrenfällig, wo Goernes Stärken...
An diesem Abend, bei Wagners «Lohengrin» an der Wiener Staatsoper, denken wir oft an Loriots «Jodeldiplom». Denn irgendwie scheint der Erzherzog-Johann-Jodler allgegenwärtig. Zumindest optisch. Wir sehen Menschen in Lodentrachten und Krachledernen. Und wir begegnen dem Bassisten Günther Groissböck, der dem legendären steirischen Landesvater zwar nicht aufs Auge...
