Als Schaljapin, Caruso, Lotte Lehmann und Richard Tauber sangen...

Kunst des Gesangs | Der Starkult in der Oper ist so alt wie die Ansicht, dass früher besser gesungen wurde. Ulrich Schreiber, langjähriger «Opernwelt»-Autor und Verfasser des vierbändigen «Opernführers für Fortgeschrittene», dachte im Januarheft 1968 über das Phänomen des Stimmfetischismus nach.

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Die Klage über die guten, alten Zeiten ist kaum weniger alt als die zum Bewußtsein ihrer selbst erwachte Menschheit. Ob bei den Verfassern der attischen Tragödie, ob in der Hochblüte römischer Lyrik eines Catull, ob in gelehrten Abhandlungen der Renaissance oder in den romantischen Gedichten eines Eichendorff: immer erhebt sich [...] die klagende Repräsentation der verlorenen Vergangenheit. Es scheint, als gehöre sie notwendig zu den Konstitutoren einer vita contemplativa, als brauche man sie, um den Vitalüberschuß der Träger einer vita activa zu kompensieren. [...

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Immer muß innerhalb der vita contemplativa die Gegenwart gegenüber bewußter Vergangenheit, gegenüber der Konstituierung von Zeit im Lebensraum, ins Hintertreffen geraten, so sehr, daß zu Beginn unseres Jahrhunderts die wissenschaftlich verbrämte Prophezeiung vom Untergang der abendländischen Welt zum Bestseller avancieren konnte. [...]

Genau das ist die Situation der musikalischen Vokalkritik im heutigen Deutschland. Ulrich Dibelius formulierte ihren Trend einmal treffend, indem er sagte, daß «wohlfeile Lobeshymnen schon lange das kritische Zuhören ersetzt haben». In der Tat reagiert man heute auf gesangliche Leistungen ...

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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 114
von Ulrich Schreiber

Vergriffen
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Tragödie aus Feuer und Licht

In einem Darmstädter Vortrag von 1961 dachte Theodor W. Adorno darüber nach, was künstlerische Utopie bedeutet. Seine Antwort: «Dinge machen, von denen wir nicht wissen, was sie sind.» Das konnte, über alle Sentenzhaftigkeit hinaus, konkret auf die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre bezogen werden. Und es hatte weitreichende Folgen. In der Oper bedeutete der...

«Am Eros der Struktur arbeiten»

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«Du bleibst hier!»

Christoph!!
«Kein Bock auf Himmel! Ich will noch hierbleiben»,
hast du immer und immer wieder beschwörend gerufen.
Und du hast Recht behalten.
Du bleibst hier!
Auch wenn du einen gemeinen, ungleichen Kampf, der nicht zu gewinnen ist,
   jetzt verloren hast.
Du bleibst hier.
Obwohl, wenn man sich ansieht, was die da oben mit ihrer Vorsehung treiben,
haben die dich...