Alles zu seiner Zeit
Gerade haben Sie mit der «Idomeneo»-Elettra Ihrem Repertoire eine neue Rolle hinzugefügt. Wie gehen Sie mit so einem Charakter um? Versuchen Sie, Verständnis für die Figur zu entwickeln?
Eigentlich kann ich sie nicht verstehen. Elettra ist voller Rachegefühle, und in meinem normalen Leben spielen Zorn und Rache keine Rolle. Sie hat aber eben deshalb sehr klare Konturen, das macht es eher leicht, sie zu spielen. Allerdings darf man nicht bei der Raserei stehen bleiben. Die Partie wäre langweilig, wenn man sie auf einen einzigen Aspekt reduzierte.
Für das Publikum wie für einen selbst.
Brauchen Sie lange, um sich einer neuen Rolle zu nähern?
Das ist unterschiedlich. Ich habe ja relativ spät mit dem Singen begonnen. Zunächst übernahm ich eher lyrische Rollen, jetzt, nach zehn Jahren, wird es ein bisschen dramatischer. Gerade passiert da unheimlich viel, es ist irgendwie verrückt. Ich komme mir manchmal vor, als ob mein Kopf kurz vor dem Zerspringen ist. Deshalb bin ich froh, zu Mozart zurückkehren zu können. Elettra ist schwer zu singen, aber – bei allem Respekt – nicht so schwer zu lernen. Auch, weil mir schnell klar wurde, was ich mit dieser Rolle anstellen will. In gewisser Hinsicht ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Interview, Seite 36
von Markus Thiel
JUBILARE
1926 in Melbourne geboren, schloss Denis Vaughan 1947 an der Universität seiner Heimatstadt ein Musikstudium ab und setzte seine Ausbildung mithilfe eines Stipendiums am Royal College of Music in England fort, wo er Orgel und Kontrabass studierte. 1950 trat er dem Royal Philharmonic Orchestra unter Thomas Beecham bei, bevor er zum Assistant Conductor und...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 6
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752290
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 10.05.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Blutüberströmt liegt die Leiche des jungen John im Bett. Als sich die wütende Meute aus dem Dorf dem Haus des Fischers Peter Grimes nähert, hat der sein nächstes Opfer längst geschlachtet. Grimes scheint verwirrt, spricht noch mit dem Gehilfen. Montagu Slaters Libretto erzählt die Geschichte etwas anders, da lebt der Junge noch. Doch in Tilman Knabes Dortmunder...
