Achse des Guten

Peter Sellars’ Festival «New Crowned Hope» zum Abschluss des Mozart-Jahres in Wien ­präsentiert die Uraufführungen von John Adams’ «The Flowering Tree» und Kaija Saariahos «La Passion de Simone». Außerdem hors concours die ­Uraufführung von Michael Sturmingers und Bernhard Langs «I hate Mozart» im Theater an der Wien

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Über dem Mozart-Hype hätte man beinahe den anderen Jubilar vergessen, hundert Jahre jünger als der Jahresregent: Sigmund Freud. Von ihm stammt der Satz «Was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg», was wiederum als Spielstein fugenlos ins Programm­puzzle von «New Crowned Hope» passen würde. Künstler müssen der Welt Zeichen und Bilder des Wandels und des Dialogs geben, sagt Peter Sellars, Künstlerischer Leiter des Festivals, im Gespräch (siehe Seite 14). Ohne solchen Dialog komme es zu furchtbaren Reflexen: Aggression, Terror.

Sellars versucht, Leute aus verschiedenen Kulturen und mit unterschiedlichen politischen Perspektiven zusammenzuführen und einen Weg zu finden, das Bes­te miteinander zu teilen. Eine Achse des Gu­ten sozusagen, die Mozarts in die Zukunft weisenden Gedanken in Oper, Tanz, Film und bildender Kunst auffalten und ins 21. Jahrhundert überführen möchte.
Der Mann aus Pittsburgh, der nächs­tes Jahr fünfzig wird, hätte durchaus Ama­deus spielen können in Milos Formans Film. Nicht nur, weil er ein ähn­licher Typ ist wie Tom Hulce. Peter Sellars hat etwas ­Authentisches, entspricht dem Erscheinungsbild, das man dem Salzburger Genie nachsagt. Doch man ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Gerhard Persché

Vergriffen
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